Politik interveniert
Börse Indien auf Crashkurs

Der indische Sensitive-Index (Sensex) ist am Montag in der Spitze mehr als zehn Prozent abgesackt, er fiel bis unter die Marke von 10 000 Punkten.

HB BOMBAY. Auslöser für dem Absturz des Sensex waren die schwächeren Rohstoffpreise. Verschärft wurde der Kursrutsch, als Investoren Aktien verkaufen mussten, um Nachschussforderungen nachzukommen. Nachdem die indische Regierung intervenierte, machten die Aktienkurse einen Teil ihrer Verluste wieder wett.

„Das ist ein typisches Beispiel für die Angst vor einem Börsencrash“, sagt Teo Chon Kiat, Vermögensverwalter bei DBS Asset Management in Singapur. „Bei jedem Einbruch gibt es Nachschussforderungen. Es herrschen immer Angst, Unsicherheit, und immer werden einige Investoren versuchen ganz auszusteigen.“

Nachdem der Sensex in den vergangenen drei Handelstagen knapp 20 Prozent verloren hatte, mussten institutionelle Investoren Sicherheitsleistungen, so genannte Margin Calls zahlen und Verluste bei Futures und Derivaten ausgleichen. Die Talfahrt hatte zur Folge, dass Investoren, die Aktien auf Pump gekauft hatten, zusätzliche Deckung für ihre Kredite beschaffen mussten und noch mehr Aktien verkauften. Ein einstündiger Handelsstopp sorgte dann jedoch dafür, dass wieder etwas Ruhe am Aktienmarkt einkehrte. Dazu beigetragen hatte auch ein Eingreifen der Politik. Der indische Finanzminister Palaniappan Chidambaram rief die Investoren auf, nicht in Panik zu verfallen und versicherte in der Onlineausgabe der „Times of India“, dass die indische Regierung Hilfe zur Verfügung stellen würde, um das Liquiditätsproblem zu lösen. „Die Banken werden denen, die Margin Calls decken müssen, Mittel zur Verfügung stellen“, versprach Chidambaram.

Der Sensex der Börse Mumbai schloss dennoch 4,2 Prozent niedriger bei 10 481,77 Punkten, nachdem er zuvor bis auf 9 826,91 Zähler abgesackt war. Damit hatte er innerhalb von drei Handelstagen immerhin 14 Prozent verloren.

Fallende Metallpreise schickten dabei die Aktien von Bergbaukonzernen wie Tata Steel, zweitgrößten Stahlkonzern des Landes, und Hindalco Industries auf Talfahrt. Oil & Natural Gas Corp. verloren 5,7 Prozent, Reliance Industries Reliance Industries, zu der die weltweit drittgrößte Raffinerie gehört, schlossen am Ende 4,6 Prozent niedriger, nachdem sie zuvor bis zu 17 Prozent eingebrochen waren.

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