Politische Unsicherheiten
Dax-Ausblick: Diffizile 6 000er-Marke

Vor wenigen Tagen noch eroberte die Schlagzeile sogar Publikationen, die die trockene Wirtschaft nicht unbedingt im Fokus haben: Dax knackt 6 000er-Marke. Doch im Wochenverlauf verlor der Deutsche Aktienindex (Dax) wieder mehr als ein Prozent und notierte am Freitag unter 5 900 Zählern. Wie geht es in der kommenden, um einen Tag verkürzten Handelswoche weiter?

HB FRANKFURT. Am Ostermontag zunächst bleiben die Aktienmärkte in weiten Teilen Europas geschlossen. Verharren auf dem Niveau von 5 900 Punkten oder erneuter Kurs auf die 6 000 – darüber ist man in der Analystenwelt geteilter Meinung. Einig sind sich die Beobachter aber in zweierlei: Die Messlatte von 6 000 Punkten erweist sich als schwere Hürde, und die Unsicherheit nimmt zu.

Stratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin zum Beispiel sieht die Korrekturphase des Dax noch nicht als beendet an. „Die politischen Spannungen um den Iran und dessen Atomprogramm dürften die Stimmung am Markt weiter belasten“, sagt er. Auch der zuletzt wieder deutlich gestiegene Ölpreis und die Sorge vor weiter steigenden Zinsen macht Senftleben als Risikofaktoren aus. Diese Ansicht teilen auch andere Experten. „Sollte der Ölpreis die Marke von 70 Dollar pro Barrel durchstoßen, dann dürften die Anleger nervös werden“, meint Aktienstratege Steffen Neumann von der Landesbank Rheinland-Pfalz.

De LRP-Stratege erwartet indes zunächst steigende Kurse – wie auch andere Experten, die auf den Beginn der Quartalsberichtssaison setzen. Diese werde die Anleger in der Osterwoche wieder zum Kauf von Aktien animieren. Die Optimisten hoffen sogar auf mehr: „Der Dax dürfte wieder Kurs auf die 6 000-Punkte-Marke nehmen“, sagt Kapitalmarktanalyst Kai Stefani von der Fondsgesellschaft Dit. Seiner Einschätzung nach sollten die Unternehmen sowohl in Europa wie auch in den USA „aufgrund der weltweit überraschend positiven konjunkturellen Lage überzeugende Zahlen vorlegen“.

SAP startet die Berichts-Rally

Den Auftakt in Deutschland macht SAP. Der Walldorfer Hersteller von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware präsentiert als erstes der 30-Dax-Unternehmen in der nächsten Woche seine Geschäftszahlen für das erste Quartal. Ein schlechter Start in die Berichtssaison könnte den Anlegern die Lust am Aktienkauf nehmen. „Eine Katastrophe bei SAP täte dem Markt sicherlich nicht gut“, sagte Neumann. „Wir rechnen aber mit einem positiven Quartalsbericht“, fügte er hinzu. Das Unternehmen veröffentlicht seinen Geschäftsbericht am Donnerstag. Am selben Tag stellt aus dem TecDax der Softwareentwickler Combots Quartalszahlen vor.

Für Mittwoch laden der Pharmakonzern Schering und der Rückversicherer Münchener Rück zur Hauptversammlung ein. Bei Schering dürften die Vorstände, die auch die Zahlen zum ersten Quartal präsentieren, wohl nicht um eine heiße Debatte mit ihren Aktionären über die bevorstehende Übernahme durch Bayer herumkommen. Für die Finanzwerte dürften die Geschäftszahlen großer US-Banken wie Citigroup (Montag), Merrill Lynch (Dienstag) oder JPMorgan (Mittwoch) die Richtung vorgeben. Für Impulse im Technologiesektor könnten die Eckdaten des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia am Donnerstag sorgen. Am Dienstag legen ferner Yahoo und Motorola Zahlen vor. Am Mittwoch folgen Apple und Intel, am Freitag Ericsson.

Von Konjunkturseite dürften die Anleger ihr Augenmerk auf die am Dienstag erwarteten US-Erzeugerpreise für März richten. Am Mittwoch folgen dann die US-Verbraucherpreise. Experten versprechen sich von den Daten Hinweise über die Entwicklung der Inflation und damit über die weitere Zinspolitik der US-Notenbank.

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