Positiver Ausblick
Heller: Turbulenzen nur „vorübergehendes Gewitter“

Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten werden nach Einschätzung von Gottfried Heller wie ein Gewitter vorüberziehen. Entwarnung gibt der Börsenexperte allerdings noch nicht. Die Schwankungen an den Kapitalmärkten dürften noch etwa bis zum Jahresende anhalten.

HB MÜNCHEN. Eine langfristige „Schlechtwetterperiode“ sei aber nicht zu befürchten, sagte der Chef der Fiduka Depotverwaltung am Donnerstag in München. „Ich denke, dass wir 2008 wieder eine ordentliche Börse erwarten dürfen und vieles, was uns heute Sorgen macht, dann ausgeräumt sein wird.“

Die Krise an den US-Immobilien- und Hypothekenmärkten habe gezeigt, dass Banken und Hedgefonds den Überblick über ihre Risiken verloren hätten. Die verbrieften und gebündelten Kredite könnten weder korrekt bewertet noch verkauft werden, sagte Heller. Die Stunde der Wahrheit werde im Herbst schlagen, wenn die Geldhäuser ihre nächsten Quartalsberichte veröffentlichen. Dann werde sich zeigen, „welche Banken Leichen im Keller haben“.

Die Furcht vor einer Rezession in den USA oder gar einer Weltwirtschaftskrise teilt der Experte nicht. Die US-Notenbank werde voraussichtlich schon bei ihrer nächsten Sitzung am kommenden Dienstag die Leitzinsen senken, möglicherweise gleich um einen halben Prozentpunkt. Auch künftig dürften die Notenbanken gemeinsam dafür sorgen, dass das internationale Finanzsystem funktionsfähig bleibe, erwartet Heller.

Der starke Euro, der am Donnerstag seine Rekordjagd fortsetzte, hinterlasse zwar bei der exportorientierten deutschen Wirtschaft Spuren, zu größeren „Verwerfungen“ werde es deshalb aber nicht kommen. Daran sei weder Amerikanern noch Europäern gelegen. US- Notenbankchef Ben Bernanke werde bei einem weiter fallenden Dollarkurs gegensteuern, denn sonst „importiert er die Inflation“, sagte der Experte.

Auf den zur Zeit wechselhaften Märkten könnten mutige Anleger allmählich wieder darangehen, ihre Positionen aufzubauen, sagte Heller. Dabei sollten sie nicht gleich „ihr ganzes Pulver verschießen“, sondern schrittweise vorgehen. Den „Zittrigen“ riet er aber dazu, noch etwas abzuwarten. Für falsch hält der Experte die Strategie, sich aus Aktien und Anleihen zurückzuziehen und stattdessen auf Gold und Staatsanleihen zu setzen. Dies bringe nicht viel, weil die weltweit rund 10 000 Hedgefonds mittlerweile überall mitmischten.

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