Preisspanne wurde zu Wochenbeginn gesenkt
Erster Kurs der Paion-Aktie mit acht Euro festgestellt

Die Aktie des Biotechnologieunternehmens Paion ist bei ihrem Börsendebüt mit acht Euro exakt zum Ausgabepreis in den Handel gestartet. Am Vormittag wurden die Anteilsscheine mit zeitweise 8,47 Euro gehandelt.

HB FRANKFURT. „Wir sind mit dem Start an die Börse sehr zufrieden“, sagte ein Paion-Sprecher. „Das hohe Umsatzvolumen zeigt, das Interesse an den Paion-Aktien besteht.“ Paion ist das erste Unternehmen, das in Deutschland in diesem Jahr den Sprung an die Börse wagte. Das Emissionsvolumen der im Prime Standard der Frankfurter Börse notierten Gesellschaft aus Aachen ist mit nur 40 Millionen Euro allerdings vergleichsweise gering.

Der für den 9. März anvisierte Börsengang des Bezahlfernsehsenders Premiere dürfte nach Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen ein Emissionsvolumen von mindestens 600 Millionen Euro haben. Als Börsenkandidat für März wird zudem der Hersteller von Solaranlagen Conergy gehandelt. Auch einige Firmen aus der Biotechnologiebranche wie Jerini dürften den Börsengang von Paion genau verfolgen, erwägen sie doch selbst eine Börsennotiz. Wie schon im vergangenen Jahr die Postbank und Epigenomics sah sich auch Paion auf Grund der schleppenden Nachfrage nach seinen Aktien zu einer Senkung der Preisspanne veranlasst. Die auf die Entwicklung von Schlaganfall-Medikamenten spezialisierte Firma hatte zu Wochenbeginn die Preisspanne auf acht bis 14 Euro von ursprünglich elf bis 14 Euro geändert und die Zeichnungsfrist um zwei Tage verlängert. Finanzexperten hatten unter Verweis auf die noch sehr frühe Entwicklungsphase der Medikamente die alte Angebotsspanne als ambitioniert kritisiert. Investments in Biotechnologie gelten angesichts des hohen Liquiditätsbedarfs der Unternehmen und deren Konzentration auf die Entwicklung von oftmals nur einem Produkt als risikoreich.

Paion will Zulassun gfür Desmoteplase 2007 beantragen

Wie viele andere Firmen aus der Branche rechnet auch Paion bis zur Marktreife seines am weitesten entwickelten Produkts Desmoteplase mit Verlusten. Die Zulassung für das Schlaganfall-Medikament soll 2007 beantragt werden. Bei Desmoteplase handelt es sich um eine gentechnisch hergestellte Version eines Proteins, das die Blutgerinnung hemmt. Der Wirkstoff stammt ursprünglich aus dem Speichel der Vampirfledermaus Desmodus Rotundus. Analysten schätzen die jährlichen Spitzenumsätze von Desmoteplase auf 200 bis 400 Millionen Euro. Mit den Geldern aus dem Börsengang will Paion-Chef Wolfgang Söhngen ein integriertes Medikamentenportfolio zur Behandlung von Schlaganfällen und anderen thrombotischen Erkrankungen aufbauen. Im Zuge des Börsengangs, der von der Schweizer Großbank UBS federführend begleitet wurde, gibt Paion fünf Millionen Aktien aus, zuzüglich einer Mehrzuteilungsoption von 750 000 Stück. Bei vollständiger Ausübung der Option fließen der rund 60 Mitarbeiter zählenden Gesellschaft über die Börse 46 Millionen Euro zu. Am Kapitalmarkt wird Paion mit insgesamt rund 120 Millionen Euro bewertet. Die bisherigen Paion-Aktionäre wie Innoven Partenaires, die Beteiligungsgesellschaft 3i, Swiss Genevest und die norwegische Neomed Innovation werden den Angaben zufolge ihre Anteile mindestens sechs Monate halten.

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