Premiere-Aktie stürzt ab
Analysten sprechen von Desaster für Premiere

Nach dem Verlust der Bundesliga Pay-TV-Rechte ist die Aktie des Abo-Senders Premiere am Mittwoch bei hohen Handelsumsätzen um bis zu 45 Prozent im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs eingebrochen.

HB FRANKFURT. Das im MDax notierte Papier fiel am Mittwochnachmittag auf ein Rekordtief. Um 13.56 Uhr notierte das Papier im Xetra-Handel bei 13 Euro mit rund 45 Prozent im Minus. Die Pay-TV-Rechte für die kommenden drei Jahre erhielt ein Konsortium um Kabel Deutschland, der bisherige Partner Premiere ging leer aus. Die Bundesliga-Übertragungen waren bisher einer der wichtigsten Pfeiler für das Geschäft von Premiere.

"Mit dieser Entscheidung ist Premiere vor eine gravierende Zerreißprobe gestellt", sagte Analyst Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Es sei schwierig einzuschätzen, wie der faire Wert der Aktien danach einzuschätzen sei. So gebe es etwa keine genauen Angaben darüber, wie viele Kunden durch den Verlust der Rechte verloren gingen. "In jedem Fall wird es zu einer Neubewertung kommen".

Ein anderer Medien-Analyst sprach von einem "schweren Schlag für das Prestige von Premiere". Die Zahl der Abonnenten dürfte "drastisch zurückgehen". Ein Frankfurter Händler sagte mit Blick auf die Nachrichten von einer "sehr schlechten Nachricht für Premiere". Ähnlich äußerte sich ein anderer Marktteilnehmer: "Das ist ein Desaster für Premiere." Das bedeutet, "dass sich die ARD mit Hilfe ihrer Lobbyisten durchgesetzt hat".

Händlern zufolge wird Premiere wohl rund ein Drittel seiner Kunden verlieren, die das Pay- TV-Angebot nur wegen der Fußball-Übertragungen abonniert haben. Der Verbleib von Premiere im MDax ist dagegen nach Ansicht von Index-Analysten trotz der Kurshalbierung weiter sicher.

Es sei allerdings fraglich, ob der Sender ohne die Rechte überhaupt wird fortbestehen können, hieß es von Händlerseite.

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