Privatplatzierung
Merck-Aktie von Kapitalerhöhung belastet

Die Aktie des Darmstädter Pharma- und Spezialchemieunternehmens Merck hat nach der Bekanntgabe einer Kapitalerhöhung am Dienstag deutliche Kursverluste verzeichnet.

rtr FRANKFURT. Kurz nach Eröffnung lag die im Nebenwerteindex Mdax notierte Aktie mit rund acht Prozent im Minus, erholte sich dann aber wieder etwas. Im weiteren Verlauf war die Aktie noch 4,75 % schwächer bei 24,10 €. Der MDax büßte rund 0,7 % auf 3 507 Punkte ein.

Merck hatte am Montagabend mitgeteilt, unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals das Grundkapital der Gesellschaft um annähernd zehn Prozent zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung erfolge unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. Rund 4,5 Mill. neue Stückaktien sollen dabei institutionellen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten werden. Die Inhabergesellschaft E.Merck, die die Interessen der Nachfahren der Gründerfamilie Merck vertritt, werde zudem ihren Kapitalanteil im gleichen Verhältnis und zu den gleichen Bedingungen aufstocken. Mit dem Schritt will Merck seine Finanzstruktur verbessern und den Spielraum für Wachstumschancen vergrößern.

Die auszugebenden neuen Aktien werden von der Investmentbank Goldman Sachs institutionellen Investoren zum Kauf angeboten. „Wir erwarten die Platzierung heute oder spätestens morgen, die Bücher sind noch offen“, sagte ein Merck-Sprecher am Dienstagvormittag.

„Es ist die Kapitalerhöhung, was die Aktie heute drückt“, sagte Christian Schmidt, Marktanalyst bei Helaba Trust. Die Frage sei, warum die Gesellschaft dieses Geld benötige. Für Merck seien die Leute generell positiv gestimmt, da das Unternehmen viele neue Produkte in der Pipeline habe, was bedeute, dass sie gut positioniert seien, sagte Schmidt.

Nach Einschätzung von Merrill Lynch-Analyst Andreas Schmidt werde Merck bei einem Aktienkurs von 22 bis 23 € wohl insgesamt rund 380 Mill. bis 400 Mill. € durch die Maßnahme einnehmen. Etwa 100 Mill. € würden dabei durch die institutionellen Investoren in die Kasse fließen. Alexander Groschke, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) rechnet mit Gesamteinnahmen von etwa 430 Mill. €.

„Wir glauben, ein Teil des frischen Geldes könnte dafür verwendet werden, die späte Onkologie-Pipeline (vor allem Erbitux und EMD 72 000) voranzubringen, aber auch dafür, neue Biotech-Produktionskapazitäten zu bauen“, hieß es in einer Mitteilung. Kurzfristig sei davon auszugehen, dass die höhere Anzahl der Aktien die Gewinne verwässere. Der langfristige Effekt sei aber unsicher, so Schmidt, der die Aktie derzeit mit „neutral“ einstuft.

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