Produktidee aus Amerika setzt sich auch in Europa durch
Indexfonds machen an der Börse Furore

Nach dem Siegeszug in den USA haben Indexfonds ihre Erfolgsgeschichte in Europa fortgeschrieben. Kein Wunder: Denn sie sind billig und liquide. Preiswert waren die Produkte, die in ihrer Depotstruktur die Zusammensetzung einer Börsen-Messlatte widerspiegeln, immer schon.

Vor vier Jahren wagten sie dann als Exchange Traded Funds (ETF) in der börsengehandelten Variante den Sprung über den Teich nach Europa. So erhielt die Indexanlage hier zu Lande einen zusätzlichen Auftrieb. Anleger können Exchange Traded Funds wie eine Aktie jederzeit handeln.

Heute werden ETF an elf Börsensegmenten in Europa gehandelt. Es sind vierzehn Anbieter im Geschäft. Die wichtigsten sind die deutsche Indexchange, die international ausgerichtete Barclays Global Investors und die französische Lyxor Asset Management. Der europäische Markt bietet 109 Produkte, die sich meist auf Aktien-Messlatten beziehen. Das Geschäft konzentriert sich auf bekannte Benchmarks wie den Deutschen Aktienindex (Dax), den französischen Cac 40 und den europäischen Euro Stoxx 50.

Der Erfolg lässt sich nicht nur daran ablesen, dass die Branche in Europa gerade ihr vierjähriges Jubiläum gefeiert hat. Die Anbieter sammelten in den Produkten bereits 20 Mrd. Euro an – und das in einer Zeit der Börsenbaisse. Im Gegensatz zu diesem Sprintstart mussten die Amerikaner viele Jahre auf Erfolge warten. Das ETF-Geschäft begann im Ursprungsland USA zwar schon Anfang der neunziger Jahre, hatte seinen Durchbruch aber erst gegen Ende des Jahrzehnts. Heute summiert sich das Volumen der 134 Produkte auf rund 160 Mrd. Dollar.

Aus Anlegersicht liegen die Vorteile der ETF unter anderem in den geringen Gebühren. Bei traditionellen Aktienfonds müssen Investoren in Deutschland laut einer Auswertung der Londoner Consulting- und Fondsresearchfirma Fitzrovia im Schnitt 1,81 Prozent pro Jahr an laufenden Gebühren zahlen. Klassische und damit nicht börsengehandelte Produkte sind mit 1,04 Prozent schon billiger. ETF allerdings sind mit durchschnittlich 0,50 Prozent wahre Billigheimer. Und Ausgabeaufschläge fallen auch nicht an.

Bei traditionellen Investmentfonds wird außerdem nur einmal am Tag ein Preis errechnet, der dann zum Zeitpunkt der Orderausführung schon veraltet ist. ETF werden dagegen während der gesamten Börsenzeit gehandelt und jederzeit zum aktuellen Indexwert abgerechnet. Aus diesem Grund kennt der Anleger im Gegensatz zu klassischen Fonds den Abrechnungspreis bereits bei der Auftragserteilung. Das sind die größten Pluspunkte der börsengehandelten Indexfonds für Privatanleger. Die Produkte locken institutionelle Anleger noch mit einer zusätzlichen und gerade für sie nützlichen Eigenschaft: ETF können beispielsweise leerverkauft oder in kombinierten Kassa- und Terminmarktgeschäften eingesetzt werden. Mit diesen Möglichkeiten machen sie auch den Index-Futures Konkurrenz. Institutionelle Investoren setzen die innovativen Produkte daher häufig auch im Rahmen von Handelsstrategien ein.

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