Prognose für die neue Börsenwoche
Dax-Ausblick: Zwischen Hoffen und Bangen

Anleger zwischen Subprime-Ängsten und Zins-Euphorie: Mal reißen die Kurse bei ihren Talfahrten eine Barriere nach der anderen. Dann steigen die Indizes unverhofft wieder an und nähern sich Rekordmarken. Die hohe Volatilität der Börsen wird auch in den nächsten Tagen das Börsengeschehen bestimmen, glauben Analysten. Die 8 000-Punkte-Marke bleibt in Reichweite.

HB FRANKFURT. Die Angst vor einem Abrutschen der US-Wirtschaft in die Rezession wird nach Einschätzung einiger Aktienexperten in der neuen Woche für sinkende Kurse am deutschen Aktienmarkt sorgen. Jüngste Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, die als Signal für eine baldige Zinssenkung interpretiert wurden, wirkten nur wie ein Strohfeuer, sagt Susanne Lahmann von der Bremer Landesbank. "Das übertüncht, dass es um die US-Wirtschaft nicht zum Besten gestellt ist.“ SEB -Anlagestratege Klaus Schrüfer ergänzt: "Die Unsicherheit wegen der Subprime-Krise ist nur kurzfristig von der Zins-Euphorie überlagert.“ Schwinde die Begeisterung, sei mit fallenden Kursen zu rechnen.

Die Nervosität an den Kapitalmärkten wird den Experten zufolge weiterhin für hohe Kursausschläge sorgen. "Wenn Kurse steigen, setzen sehr schnell Gewinnmitnahmen ein“, sagt Lahmann. Die Anleger hätten keine großen Erwartungen, dass der Aufwärtstrend nachhaltig sei. In der abgelaufenen Woche gewann der Dax knapp drei Prozent auf 7 825 Punkte hinzu. Während Schrüfer den deutschen Leitindex Ende der neuen Woche bei 7 700 bis 7 800 Zählern sieht, hält Lahmann 7 650 Punkte für realistisch. Eine Jahresendrally sei derzeit eher unwahrscheinlich, bilanziert LBBW -Aktienstratege Steffen Neumann.

Ähnlich äußern sich auch die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart“: "Die Anleger werden sich damit abfinden müssen, dass die noch vorhandenen fünf Wochen bis Jahresende keine Jahresendrally hervorbringen, sondern weiterhin sehr volatile Märkte.“ Während in den USA weitere Zinssenkungen im Raum stünden, sei in Deutschland die Inflationsrate inzwischen auf drei Prozent gestiegen. "Dies wird die EZB dazu veranlassen, trotz schwachem Dollar eine weiterhin abwartende Haltung einzunehmen“, meinen die Experten.

Nach ihrer Ansicht lässt sich die starke Schwankungsbreite der Aktienmärkte auch damit begründen, dass die fundamentalen Daten gegensätzlich sind. "Auf der einen Seite zeigt für Deutschland der Ifo-Indikator einen überraschend positiven Verlauf, während auf der anderen Seite die US-Verbraucher klar pessimistisch sind und dort der Hauspreisindex weiter zurückfällt.“

Nicht alle Marktbeobachter äußern sich so zurückhaltend. So rechnen viele Anleger in den kommenden Wochen zumindest mit einem weitgehend stabilen Kursverlauf des deutschen Leitindex. Dies zeigt die aktuelle Sentimentanalyse des Daytradebrokers Clickoptions. Auch der technische Analyst Mathieu Driol geht von einer Konsolidierung und einem stabilen Kursverlauf des Dax aus. "Der Leitindex hat die Schwelle von 7 478 Punkten erfolgreich getestet und wird sich unterhalb von 7 870 Punkten konsolidieren“, glaubt Driol, der als unabhängiger Analyst für Clickoptions tätig ist. Einige Marktbeobachter sind sogar noch optimistischer.

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