Prognose
Wall Street im Bann der US-Wahl

Auch an den US-Börsen richten sich die Augen in der kommenden Woche auf die Kongresswahlen. In der Vergangenheit sorgten diese Abstimmungen meist für einen Aufwärtstrend an der Wall Street. Sollte es bei der Wahl am Dienstag aber zu Überraschungen kommen, könnte dies auch unerwartete Bewegungen an den Börsen provozieren, sagten Händler.

HB NEW YORK. Positive Impulse erhoffen sich die Experten unter anderem am Mittwoch von den Quartalsergebnissen des Technologiekonzerns Cisco Systems. Sollten in der Woche anstehende Konjunkturdaten auf eine Abschwächung der Wirtschaft hindeuten, könnten sich viele Anleger zunächst aber zurückziehen.

Am Freitag hatte die Wall Street schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den letzten Handelstag der Woche 0,3 Prozent tiefer bei 11 986 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel 0,2 Prozent auf 1364 Zähler, der technologielastige Nasdaq-Index 0,1 Prozent auf 2330. Im Vergleich zur Vorwoche lag der Dow damit von 0,9 Prozent tiefer, der S&P gab etwa ein Prozent nach und die Nasdaq verlor etwa 0,8 Prozent.

Generell rechneten viele Analysten für die kommenden Tage mit einem leichten Aufwärtstrend an den Börsen. "Die größte Variable in der Woche stellen die Wahlen", sagte jedoch Benjamin Halliburton von Traditional Capital Management im US-Bundesstaat New Jersey. Viele Finanzexperten rechnen damit, dass die Republikaner von US-Präsident George W. Bush am Dienstag ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren werden. Im Senat wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. "Ich denke, der Markt ist auf eine Aufteilung eingestellt", sagte Halliburton. Sollte je eine Partei also in je einer Kammer die Mehrheit gewinnen, werde es vermutlich wenig Bewegung an den Börsen geben.

Anders läge der Fall, wenn eine der beiden Parteien nach der Wahl den gesamten Kongress dominieren würde. "Auf eine große Machtveränderung wird es vielleicht auch eine große Reaktion geben", sagte Dayle Malone von Old Second Wealth Management in Chicago. Die Demokraten haben droht, die von Bush durchgesetzte geringere Besteuerung von Kapitalgewinnen und Dividenden zurückzunehmen. Dadurch könnte sich ein Sieg der Demokraten negativ auf die allgemeine Kursentwicklung auswirken. Allerdings haben an der Wall Street auch die Republikaner nach sechs Jahren Herrschaft über beide Häuser ihren einstigen Ruf als Förderer der Interessen der Unternehmen weitgehend verloren.

Die aktuelle Berichtssaison nähert sich in den USA langsam ihrem Ende. Bisher haben dabei nur wenige Unternehmen negativ überrascht und auch von einem der letzten noch ausstehenden Börsenschwergewichte erwarten die Analysten am Mittwoch gute Zahlen. Die Cisco-Ergebnisse gelten als richtungweisend für andere Technologiekonzerne.

Neue Aufschlüsse über die künftige Entwicklung des Einzelhandels erhoffen sich die Finanzmarktteilnehmer am Donnerstag vom vorläufigen Index der Universität Michigan. Von Reuters befragte Analysten rechneten im Schnitt damit, dass das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung im November etwa auf dem Niveau des Vormonats liegen wird.

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