Protokoll eines Insider-Skandals
Wie ein falsches Wort Börsenbetrüger Rajaratnam verriet

Mehr als 60 Millionen Dollar machte Raj Rajaratnam mit illegalen Insidergeschäften. Nun drohen dem Hedge-Fonds-Manager bis zu 205 Jahre Haft. Auf die Schliche gekommen sind ihm die Fahnder wegen einer Unachtsamkeit.
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DüsseldorfAm Ende ist ein falsches Wort Raj Rajaratnam zum Verhängnis geworden. Der Hedge-Fonds-Manager, der mit illegalen Informationen über 60 Millionen Dollar an der Wall Street ergaunerte, hat den Ermittlern selbst den entscheidenden Hinweis geliefert, der schließlich zu seiner Verhaftung führte. Das US-Magazin "The New Yorker" hat die Ermittlungsakten durchforstet und den Fall "Galleon", einer der größten Insider-Skandale der vergangenen 20 Jahre, rekonstruiert. Dabei sind einige neue, brisante Details ans Licht gekommen.

Aber der Reihe nach. Das Strafverfahren gegen den Hedge-Fonds wird eingeleitet, nachdem Mitte März 2007 ein anonymer Brief bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingegangen war. Der Inhalt hat es in sich: Galleon soll Partys für Führungskräfte – Prostitutierte inklusive – organisiert und im Gegenzug exklusive Informationen aus den Unternehmen erhalten haben. Unterzeichnet ist das Schreiben mit den Worten "strebend nach Anstand im Business".

Die Beamten entscheiden, der Sache nachzugehen – und werden fündig. Obwohl Rajaratnam seinen Mitstreitern die Anweisung gibt, wichtige Deals nicht per E-Mail, sondern am Telefon abzuwickeln – Galleon ist seit der Registrierung als staatlich regulierte Anlageberatung verpflichtet, alle elektronische Korrespondenz aufzubewahren – sammeln die Gesetzeshüter genügend verdächtiges Material, um den Manager vorzuladen.

7. Juni 2007, New York, World Financial Center. Es ist der Tag der Wahrheit. Es ist der Tag, an dem Rajaratnam Rede und Antwort stehen soll. Es ist der Tag, an dem sich für Rajaratnam alles ändern wird.

Das Verhör zieht sich über Stunden, ohne dass die Beamten einen Schritt weiterkommen. Schließlich lenken sie das Gespräch, vorsichtig wie möglich, um kein Misstrauen zu erregen, auf eine Reihe von Nachrichten, die sich Rajaratnam, alias "rajatgalleon" und eine gewisse "roomy81" über einen Instant Messenger geschickt haben und die ihnen verdächtig vorkommen. Auf die Frage, wer sich hinter dem Nickname verbirgt, antwortet Rajaratnam: "Roomy Khan" – ein folgenschwerer Fehler.

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Kommentare zu " Protokoll eines Insider-Skandals: Wie ein falsches Wort Börsenbetrüger Rajaratnam verriet"

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  • Rajaratnam ist nur EINER von VIELEN! ..ist nur einer der erwischt wurde, die anderen machen deren Partys weiter.. sieht man ja an der Börse. Diabolische Gewinne von Privaten Hedge-Fonds o.ä.

  • Schon merkwürdig, dass Insiderhandel bei einem Schaden von "nur" 60 Mio. Dollar so hart bestraft wird. Georg Funke, der ex-HRE-Vorstand hat grob fahrlässig 130 Mrd. Euro Steuergeld versenkt, ist ein freier Mann und klagt nach seinem Rauswurf auch noch munter seine Vorstandsbezüge ein. Man beurteile selbst, wer hier für hunderte von Jahren in den Knast wandern sollte

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