Quartalszahlen im Fokus
Dax-Ausblick: Anleger erwarten viel

Bislang haben die Unternehmen mit ihren Quartalszahlen die Börse angenehm überrascht. Viele Marktbeobachter rechnen mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends. Doch sind auch warnende Stimmen zu hören. Die Erwartungen der Anleger sind gestiegen; enttäuschende Bilanzen können leicht zu Rückschlägen führen. Die kommende Woche wird spannend.
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HB FRANKFURT. Warnschüsse gab es bereits in dieser Woche: Zunächst hatte die US-Großbank JP Morgan mit Milliarden-Gewinnen die Euphorie noch angeheizt. Die Erwartungen aber auch. Das zeigte die Reaktion auf die Zahlen weiterer Finanzinstitute. Auch Goldman Sachs lieferte höhere Gewinne als von Analysten geschätzt. Anleger hatten indes noch mehr erwartet - und prompt reagierte der Markt zunächst etwas verschnupft. Die Citigroup meldete zwar einen Quartalsverlust. Der fiel aber geringer aus, als Analysten vorab prognostiziert hatten. Doch auch dieses Ergebnis fiel an der Börse durch.

Am Freitag rutschte dann der Dax sogar drastisch ab und schloss 1,5 Prozent tiefer als am Vortag bei 5 743 Punkten. Zwei US-Giganten - die Bank of America (BoA) und der Mischkonzern General Electric (GE) - enttäuschten nicht nur die Investoren an der Wall Street. Solche Reaktionen bestätigen die Befürchtung der Skeptiker, die Unternehmen könnten die immens gestiegenen Erwartungen der Anleger nicht mehr ohne weiteres erfüllen, was sich an der Börse in Rückschlägen äußern werde.

"Die Luft nach oben hin wird dünner", sagt Michael Köhler von der Landesbank Baden-Württemberg. "Die Hürde für weitere positive Überraschungen der Unternehmen ist inzwischen höher gelegt worden, was sich schon bei den US-Banken gezeigt hat." Gespannt erwarten daher auch die deutschen Marktteilnehmer die weiteren Bilanzen der US-Unternehmen, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Immerhin - die Optimisten verstummen nicht. "Wir sehen weiteres Aufwärtspotenzial, auch wenn dem Aktienmarkt wohl kaum ein ähnlicher Jahresendspurt wie vor sechs Jahren gelingen durfte", schätzen etwa die Experten der Commerzbank. Insgesamt dürfe die Berichtssaison nicht schlecht ausfallen, erwartet Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger. Er rechnet allerdings mit einer weiterhin hohen Volatilität - die wiederum interessante Einstiegsmöglichkeiten biete.

Der Aktienstratege sieht einige Gründe, wieso die Aktienmärkte weiterhin stark bleiben sollten: Bis Ende Oktober hätten noch viele große Investmentfonds ein eigenes Interesse, die ungebrochene Kaufbereitschaft zu unterstützen, da bei diesen Gesellschaften dann das Geschäftsjahr endet. Investoren verfügten zudem noch unverändert über hohe Liquidität.

"Die Geldmarktzinsen werden auf Monate hinaus auf einem sehr niedrigen Niveau verharren und somit wenig Alternative bieten", fügt Kogge hinzu. Die Rentenmärkte seien "mit ihren Kursgewinnen bereits so weit nach vorne geprescht, dass auch hier erste Überlegungen anstehen, die geparkten Gelder aus dem Rentenmarkt in den Aktienmarkt zurückfließen zu lassen."

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