Quartalszahlen
Postbank-Aktie trägt den Dax

Nach der Vorlage der Quartalszahlen stieg die Aktie der Postbank kurzzeitig um bis zu 18 Prozent. Börsianer führten dies vor allem auf Äußerungen des Deutsche-Post-Chefs zurück. Zumwinkel hatte eine Trennung der Postbank vom Mutterkonzern nicht mehr komplett ausgeschlossen, relativierte dies aber später.

HB FRANKFURT. Die Aktie der Postbank zog am Nachmittag deutlich an. In der Spitze gewannen die Papiere kurzzeitig mehr als 18 Prozent auf über 52 Euro. Später fiel ihr Kurs jedoch unter die 50-Euro-Schwelle zurück. Der Grund für den deutlichen Anstieg waren Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post. Zumwinkel hat auf einer Analystenkonferenz am Nachmittag gesagt, dass er über die zukünftige Rolle der Postbank im kommenden Jahr nachdenken werde, wenn der Briefmarkt vollständig liberalisiert ist. Es gebe ein reges Interesse anderer Banken an dem Institut.

Im weiteren Tagesverlauf verkündete Zumwinkel jedoch über einen Sprecher, die Postbank stehe nicht zum Verkauf. Mit dieser Klarstellung löste er einen erneuten Kursrückgang im Vergleich zum Tageshoch aus. Die Postbank-Aktie hatte in den vergangenen Monaten im Zuge der Subprime-Krise deutlich an Wert verloren. Im Mai dieses Jahres stand ihr Kurs noch bei fast 72 Euro.

In der Vergangenheit hatte Klaus Zumwinkel immer betont, an der Postbank festhalten zu wollen. „Wir glauben in diesem Moment, dass wir die Best Owners für die Postbank sind“, sagte er auch heute. Für die Kunden seien die Post und die Postbank eins - doch könne sich dies langfristig ändern, da das Institut immer mehr eigene Filialen unterhalte. Es gebe ein reges Interesse anderer Banken an dem Institut, so Zumwinkel weiter.

Die Post hält knapp die Mehrheit an dem Geldhaus. Das Interesse an der größten Filialbank Deutschlands ist groß. Nicht nur heimische Wettbewerber wie die Commerzbank würden am liebsten sofort zugreifen, auch ausländische Banken stehen Schlange. Der Konkurrenzkampf im deutschen Privatkundenmarkt ist wegen der starken Präsenz von Sparkassen und Genossenschaftsbanken wesentlich stärker als in anderen Ländern Europas. Mit dem Kauf der Postbank würde sich ein Wettbewerber auf einen Schlag rund 15 Millionen Kunden sichern. Das Institut kommt nach eigenen Angaben auf einen Marktanteil im Privatkundenmarkt von etwas weniger als zehn Prozent. Zum Vergleich: Die Commerzbank hat zwischen zwei und drei Prozent.

Die Krise an den Finanzmärkten scheint die Postbank ohne größere Blessuren überstanden zu haben. Die Postbank hatte am Morgen Quartalszahlen vorgelegt und dabei dank eines Beteiligungsverkaufs und einer relativ geringen Belastung durch die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten ihren Gewinn nahezu verdreifacht. Das Ergebnis nach Steuern stieg auf 406 Mill. Euro nach 145 Mill. Euro im Vorjahr. Damit übertraf das im Dax gelistete Institut die Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Analysten, die mit 375 Mill. Euro gerechnet hatten.

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