Regionalbörse sieht ihr Überleben gesichert
München wirbt mit Max-One um Anleger

Vor einem Jahr wagte die Börse München mit Max-One einen Alleingang und führte ein neues elektronisches Börsensystem ein. Ziel war es, als Regionalbörse eine Alternative zum übermächtigen elektronischen Xetra-System der Deutschen Börse zu bieten.

mwb MÜNCHEN. „Es war die richtige Entscheidung, in einem schwachen Markt ein neues Projekt anzugehen“, sagt Börsenchefin Christine Bortenlänger heute. Untätigkeit wäre im Überlebenskampf der Regionalbörsen keine Alternative gewesen.

Die Zahlen scheinen der Börsenchefin recht zu geben: In einem schrumpfenden Markt legten die Münchener 2003 leicht zu. Im harten Konkurrenzkampf gegen die Deutsche Börse in Frankfurt konnte sich neben den Bayern nur Stuttgart mit der Spezialisierung auf Optionsscheine eine lukrative Nische sichern.

Das Münchner System setzt auf Kostenvorteile für Privatanleger. Kommen im Computer Angebot und Nachfrage nicht zusammen, sind so genannte Spezialisten zwischengeschaltet, die verpflichtet sind, bei voller Ausführung der Orders einen Kurs zu stellen.„Es ist ein Vorteil, dass bei Max-One nur einmal am Schluss gezahlt wird und sich der Kleinanleger bei den Gebühren dadurch besser stellt als bei Xetra, wo viele Teilausführungen möglich sind, die alle einzeln kosten“, sagt Michaela Lattreuter, Aktienhändlerin der Privatbank Merck Finck. Da die Börse München zudem den günstigsten Preis des liquidesten Marktes garantiere, lohne es, dort zu ordern.

Stolz ist Bortenlänger, dass in den ersten vier Monaten 2004 der Marktanteil der Orders (2,9 %) den der Umsätze (1,35 %) deutlich übertrifft, denn ihre Gebühren verdient die Börse pro Auftrag. „Jeder Monat in diesem Jahr war bislang besser als der beste Monat in 2003“, sagt die Börsenchefin. Sie hofft, dass München zu den Überlebenden unter den Regionalbörsen gehören wird. Den in diesem Jahr etwas schwächelnden Rentenhandel will die Börse mit 300 Jumboanleihen beleben, die nach einer Überarbeitung von Max-One von 9 bis 20 Uhr variabel gehandelt werden können. „Privatanleger bekommen bei uns die gleichen Konditionen wie ein institutioneller Investor“, versichert Wertpapierhändler Klaus Stopp.

Die meisten Kunden der Münchener Börse kommen von den Direktbanken. Es gebe aber erste Erfolge bei den kleineren Privatbanken, betont Bortenlänger. Ziel ist es, auch das Interesse der Großbanken zu wecken. Damit soll das Ziel erreicht werden, bis 2007 einen Marktanteil von 10 % zu erkämpfen. Genug finanzielle Luft hat die Börse, sie wird zwar operativ durch die Investitionen in Max-One bis mindestens 2006 rote Zahlen schreiben. Aber das Unternehmen verfügt über genügend Finanzanlagen, deren Erträge das Minus ausgleichen.

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