Reisekonzern
Norwegischer Tui-Großaktionär stockt auf

John Fredriksen hat Goldman Sachs acht Millionen Tui-Aktien abgekauft und stockt seine Beteiligung so auf mehr als 20 Prozent auf. Damit kommt der Schifffahrtsunternehmer dem größten Tui-Aktionär einen Schritt näher.
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FrankfurtDer norwegische Schifffahrtsunternehmer John Fredriksen stockt seine Beteiligung am Reisekonzern Tui auf mehr als 20 Prozent auf. Fredriksen kauft der Investmentbank Goldman Sachs für 83 Millionen Euro acht Millionen Tui-Aktien ab, wie diese am Donnerstagabend mitteilte. Das sind 3,2 Prozent an Tui.

Zuletzt hatte der Norweger eine Beteiligung von 15 Prozent gemeldet, hat aber zwischenzeitlich offenbar weiter zugekauft. Mit dem jüngsten Schritt kommt er dem größten Tui-Aktionär näher: Der russische Milliardär Alexej Mordaschow ist mit 25 Prozent an Tui beteiligt.

Das Geld nimmt der Norweger aus dem Verkauf seiner Anteile an der britischen Tui-Tochter Tui Travel. Dort wirft Fredriksen seine komplette Beteiligung von 5,4 Prozent über Nacht auf den Markt. Die Anteilscheine sind an der Londoner Börse umgerechnet 281 Millionen Euro wert. Fredriksen ist bei Tui Travel bisher der zweitgrößte Aktionär.

Woher die Tui-Aktien ursprünglich stammen, die Fredriksen von Goldman Sachs übernimmt, blieb zunächst offen. Der Preis für die Papiere liegt rechnerisch nahe am Marktpreis: Tui schlossen am Donnerstag bei 10,31 Euro.

Mordaschow und Fredriksen waren 2008 und 2009 bei der Tui AG eingestiegen, zu Kursen weit über dem derzeitigen Niveau. Das Investment war für die beiden deshalb ein Millionengrab.

Anfang des Jahres war Tui auf die Tochter zugekommen, um eine Fusion mit Tui Travel auszuloten. Letztlich winkte Tui aber ab. Den beiden Großaktionären dürfte ein „Reverse Takeover" besser gefallen, bei dem Tui Travel den Mutterkonzern aus Hannover schlucken würde. Die Tui AG hält 54,5 Prozent an Tui Travel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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