Rendite versus Risiko
Sicher ist, dass nichts sicher ist

Wer an den Märkten mitspielt, geht zwangsläufig ein Risiko ein. Selbst Staatsanleihen können zu Verlusten führen. Wer dennoch ein bisschen Sicherheit will, braucht vor allem eines: Zeit und Geduld.
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Rendite ohne Risiko – das gibt es an den Märkten nicht. Wer in Aktien investiert, muss mit Verlusten rechnen, darf aber gleichzeitig auf größere Gewinne hoffen als jemand, der ausschließlich festverzinsliche Papiere, zum Beispiel Anleihen, kauft. Aber stimmt das wirklich? Und wenn ja, wie groß ist die Schere zwischen Risiko und Rendite?

Das Rendite-Risiko-Radar*, das das Bankhaus Donner & Reuschel im Auftrag des Handelsblatts erstellt hat, gibt eine Übersicht über die Wertentwicklung verschiedener Anlagekategorien in den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren. Der Vergleich bestätigt die meisten Marktmechanismen, bringt aber auch überraschende Erkenntnisse.

In diesem Jahr waren die Renditen – vorsichtig ausgedrückt – mäßig. Vor allem Aktien brachten Anlegern, krisenbedingt, nichts als Verluste. Im Dax waren es minus zwölf, im Eurostoxx 50 minus 20 Prozent. Im Nachhinein wäre es ratsam gewesen, einen weiten Bogen um die Märkte in Europa zu machen. Nicht einmal Anleihen warfen zwingend einen Zins ab.

Gefragter denn je war Gold, das Rekordrenditen erreichte. In diesem Jahr war ein Plus von mehr als 20 Prozent möglich. Auch ein Investment in Öl war mit einem Plus von fast zehn Prozent durchaus lohnenswert.

Aktien schlecht, Rohstoffe gut – so lässt sich das Bild an den Märkten grob zusammenfassen. En detail sah es etwas anders aus.

Dax – für Krisenerprobte

Anleger, die in der Vergangenheit überwiegend auf Aktien großer deutscher Unternehmen gesetzt haben, mussten ein besonders gutes Gespür für den richtigen Moment beweisen, um ein Plus zu erzielen. Zwei Ereignisse beeinflussten die Kurse nachhaltig – und ließen den Dax um mehrere 1.000 Punkte fallen: das Platzen der Dotcom-Blase und der Ausbruch der Finanzkrise. Wer kurz davor kaufte und zu früh wieder verkaufte, musste Verluste von mehr als 40 Prozent hinnehmen. Andererseits war es möglich, zwischen dem einen und dem anderen Börsencrash Renditen von mehr als 20 Prozent pro Jahr zu erzielen.

Weniger riskant waren im Nachhinein die 90er Jahre. Wer in dieser Zeit eingestiegen ist und länger als zwei, drei Jahre dabei blieb, landete fast immer im grünen Bereich. Allerdings schrumpften die durchschnittlichen Renditen mit der Zeit merklich.

Gold – ein Selbstläufer?

Viele, denen ein Investment in Aktien zu heiß ist, schwören auf Gold. Das Edelmetall gilt als „sicherer Hafen“ und ist in Krisenzeiten besonders gefragt. In diesem Jahr lag der Preis für eine Unze in der Spitze über 1.900 Dollar – und damit fast acht Mal so hoch wie vor zehn Jahren. Viel falsch machen konnten Anleger mit dem Edelmetall nicht. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren war es praktisch unmöglich, ein Minus zu erzielen, egal wann man kaufte und verkaufte. Und das Beste: Die Renditen sind von Jahr zu Jahr gestiegen.

So leicht war es allerdings nicht immer, Geld mit Gold zu verdienen. Das wissen diejenigen, die schon in den 90er Jahren investiert waren. Damals mussten Anleger mindestens drei bis vier Jahre warten, bis sich das Investment auszahlte. Wer das nicht tat und schon nach einem Jahr wieder verkaufte, verlor mitunter zehn Prozent seines Einsatzes.

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Öl, Rohstoffe und Staatsanleihen im Rendite-Check

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