Rezessionsängste
Dax-Ausblick: Bleischwere Lasten

Während Barack Obama überall in der Welt die Menschen fasziniert, lässt sich die Börse von seinem Wahlsieg nicht beeindrucken. Wie Blei lastet statt dessen die Aussicht auf eine weltweite Rezession auf dem deutschen Aktienmarkt. Für die kommende Woche machen sich Analysten daher wenig Hoffnung auf steigende Aktienkurse.

HB FRANKFURT. "Nachhaltige Kursgewinne erscheinen vor dem Hintergrund der düsteren Konjunkturaussichten wenig wahrscheinlich", betonen die Analysten der Landesbank Berlin (LBB). "Vielmehr gehen wir für den Dax von einem Rückfall in Richtung der Jahrestiefststände aus." In der abgelaufenen Woche verlor der Leitindex unter dem Strich rund drei Prozent und lag rund 800 Punkte über seinem vor etwa zwei Wochen markierten Tief von gut 4 000 Zählern.

Auch Aktienexperte Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz malt ein düsteres Bild: "Man kann die Probleme gar nicht stark genug betonen." Zahlreiche Volkswirtschaften schlitterten in eine Rezession, während das Herzstück - die Finanzbranche - schwer angeschlagen sei.

Das derzeitige Misstrauen der Anleger spiegelt sich in Befragungen wider. Die Fondsgesellschaft Cominvest stellt in ihrem aktuellen "Aktienbarometer" eine deutlich negativere Stimmung fest als bei der Umfrage zum Vorquartal. Das Renommee der Aktie als Anlageinstrument habe durch die aktuelle Krise gelitten. "40 Prozent der Bundesbürger sehen aktuell keinen Grund, in Aktien zu investieren", teilt die Gesellschaft mit. Jeder fünfte Befragte wolle aber an die Börse zurückkehren, sobald sich die Situation an den Kapitalmärkten wieder stabilisiert habe. "Die Menschen fühlen sich gefangen zwischen einem ausgeprägten Sicherheitsdenken einerseits und der Notwendigkeit der Neustrukturierung ihrer Geldanlagen im Vorfeld der Abgeltungssteuer andererseits", bewertet Sebastian Klein, Sprecher der Geschäftsführung von Cominvest, das Ergebnis.

"Die nächsten Wochen werden zeigen, dass einige Banken, insbesondere auch eine ganze Reihe von kleineren Sparkassen, hohe Abschreibungen zu verzeichnen haben und die Länder mit einem extrem hohen Defizit rechnen müssen", schreiben die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart". "Der dramatische Wertverfall und die Flucht der Anleger werden dazu führen, dass auch viele Hedgefonds den Betrieb einstellen müssen und einzelne Industriezweige, insbesondere die Automobilindustrie, indirekte Beteiligungen des jeweiligen Bundeslandes brauchen, um mit der Krise fertig zu werden."

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