Rothschild-Chef im Interview
„Umverteilung vom Sparer zum Staat“

In der Euro-Krise hat die Politik auf falsche Regulierung gesetzt, kritisiert der Partner und CEO der Vermögensverwaltung Rothschild & Cie Gestion, Jean-Louis Laurens. Langfristigen Investoren blieben kaum Spielräume.
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Handelsblatt: Herr Laurens, die Kurse schwanken stärker. Gibt es zu viele Zocker?

Jean-Louis Laurens: Die Börsianer handeln immer mehr nach täglicher Nachrichtenlage. Der langfristige Investor in Europa stirbt aus. Genauer gesagt: Er wird zum Aussterben gezwungen. Hedge-Fonds und High-Frequency-Trader beherrschen den Aktienhandel.

Das bedeutet?

Wir müssen nur auf Basel III und Solvency II schauen, die neuen Eigenkapitalregeln für Banken und die neuen Anlagevorschriften für Versicherungen. Danach dürfen die beiden wichtigen Anlegergruppen praktisch keine Aktien mehr kaufen.

Und das bringt mehr Volatilität?

Genau, und das ist gefährlich. Wir müssen uns nämlich fragen: Welche große Investorengruppe kann unter diesem Regulierungsregime noch Aktien kaufen, wenn die Kurse fallen und dadurch günstiger werden? Wer kann und will sich noch gegen den Trend stellen? Das können nur noch wenige, etwa wir als Vermögensverwalter.

Wo hakt es beim Gesetzgeber und bei den Aufsichtsbehörden?

Zu oft werden die Konsequenzen der regulatorischen Vorgaben nicht genug berücksichtigt.

Versicherungen und andere Altersvorsorgeprogramme haben sehr langfristige Sparziele für ihre Beitragszahler.

Und denen können sie immer weniger gerecht werden. Eine risikolose Rendite mit Staatsanleihen gibt es nicht mehr. Attraktive Aktien darf man nicht mehr kaufen.

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„Die Politik hat die Kontrolle verloren“

Kommentare zu " Rothschild-Chef im Interview: „Umverteilung vom Sparer zum Staat“"

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  • Wer auf ein Gerücht hin Aktien vorher nur halbwegs fundiert als gut erachteter Firmen verkauft, sollte erst mal seine eigene Unzulänglichkeit abstellen.

  • Rentner und Sparer zahlen die Zeche heute schon. Die Umverteilung vom Sparer zum Staat geht ja noch weiter. Vom Staat zur EU und weiter zu den überschuldeten Südländern. Die inzwischen meinen, Anspruch und Recht auf unser Geld zu haben. Und wer tut noch etwas dagegen?

  • genau Aktien kaufen und verkaufen wie einer der Gründungsvater der Rothschildmafia Nathan Rothschild. Er lancierte ein Gerücht, dass Napoleon die Schlacht von Waterloo gewonnen hätte, darauf brach die Londoner Börse ein und die gierigen Rothschilds sackten alle billigen Aktien ein, die sich schnell wieder erholten, da es eine Lüge war.
    Die Rothschilds sind die Haupttäter hinter fast jeder finanziellen Katastrophe. Euch sollte der Zugang zu Geldgeschäften völlig untersagt werden.

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