Rückzug der Euronext-Offerte
Deutsche Börse hält sich Fusionsoptionen offen

Die Deutsche Börse bleibt auch nach dem Rückzug von ihrem Fusionsangebot an die Vierländerbörse Euronext offen für Kooperationen und Zusammenschlüsse. Der Aufsichtsrat unterstütze die Haltung des Vorstandes, weiter offen für alle Formen der Zusammenarbeit zu bleiben, teilte das Unternehmen gestern nach einer Sitzung des Gremiums mit.

ben FRANKFURT. Das vor gut 14 Tagen verkündete Ende der Bemühungen um die Vierländerbörse Euronext sei einmütig gebilligt worden, hieß es. Die Euronext-Führung hatte sich von dem deutschen Werben nicht überzeugen lassen und strebt nun eine Fusion mit der weltgrößten Börse, der New York Stock Exchange (Nyse), an. Daher unterstütze der Aufsichtsrat auch das Konzept, zunächst weiter auf organisches Wachstum zu setzen, teilte die Börse mit. Im Umfeld des Vorstandes hieß es, man werde sicher keine Möglichkeiten für eine Fusion ungeprüft lassen. Aber Gelegenheiten, die sofort zu Verhandlungen führen müssten, gebe es derzeit nicht.

Die Deutsche Börse steht zu Jahresende 2006 trotz aller Bemühungen wieder ohne Partner da, während einige der großen Wettbewerber im Börsenpoker zu punkten scheinen. Am 19. Dezember stimmen die Euronext-Aktionäre über die Fusion mit der Nyse ab. Eine Zustimmung gilt derzeit als sicher.

Allerdings mehren sich die kritischen Stimmen an den zur Euronext gehörenden Finanzplätzen Paris, Lissabon, Brüssel und Amsterdam. So fürchten einige Unternehmen, durch die Börsenfusion könne das strenge US-Finanzmarktrecht in Europa Wirkung entfalten. Niederländische Firmen tragen sich angeblich mit dem Gedanken, der Euronext im Extremfall den Rücken zu kehren. Der Unternehmensverband VEUO hatte das Finanzministerium in Den Haag zuletzt aufgefordert, die Börsenfusion genau zu prüfen.

Der Blick der Deutschen Börse richtet sich nun auf Kooperationen. So baut man mit der Schweizer Börse die Derivateplattform Alex auf. Andere Optionen – wie etwa eine gemeinsames Angebot der Frankfurter und der Mailänder Börse für die Euronext – waren zuletzt an Uneinigkeit über die Machtverteilung gescheitert.

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