Runder Tisch
Aigner pocht auf Gesetz für mehr Anlegerschutz

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat ein umfangreiches Maßnahmenbündel für einen besseren Anlegerschutz angekündigt. Dazu gehörten verständliche Produktinformationen, ein neues Haftungsrecht und berufliche Mindestqualifikationen, sagte Aigner vor dem heute beginnenden runden Tisch.
  • 2

BERLIN. Der Druck auf Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner wächst. Zunächst hatte in dieser Woche die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest den Banken in Deutschland ein schlechtes Urteil ihrer Beratung ausgestellt. Die beste Bank hatte nur die Note 3,4 erhalten. Danach drängte der Koalitionspartner FDP auf gesetzliche Regeln.

Nun erhöht auch die Opposition den Druck. Nach der FDP drängen auch die Grünen Aigner, Gesetze auf den Weg zu bringen, die Anleger in Zukunft vor falschen Beratungen schützen. "Frau Aigner muss sich endlich an das Thema der Provisionen trauen", forderte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Nicole Maisch. Nach Ansicht der Grünen ist die Provision der Bankberater der "Grundwiderspruch" im Bankgeschäft. Nur ohne die Provision werden die Verkäufer bei den Banken zu echten Beratern", sagte Maisch.

Experten, FDP und Opposition erhöhen den Druck

Bereits gestern hatte der Vorsitzende des Verbraucherschutzausschusses, Hans-Michael Goldmann im Handelsblatt angekündigt, er rechne damit, dass die Honorarberatung ausgebaut werde. Danach würden Berater nach dem Erfolg einer Anlageempfehlung bezahlt oder pauschal nach Beratungszeit und nicht danach, ob sie Produkte eines Anbieters besonders erfolgreich verkaufen.

"Außerdem brauchen wir dringend eine standardisierte Produktinformation, damit die Anleger Angebote auch vergleichen können", sagte Maisch. Dagegen würden sich die Banken derzeit noch sperren, weil es den Wettbewerb behindere. Wie die Verbraucherschutzverbände fordern auch die Grünen einen Marktwächter, also eine Stelle, die den Finanzmarkt kontinuierlich überwacht und Fehlentwicklung wie etwa den Kreditkartenskandal in Spanien veröffentlicht.

Heute treffen sich die Banken- und Verbraucherverbände sowie die Fachpolitiker des Bundestags mit Ministerin Aigner zu einem runden Tisch. Sie wollen eine bessere Anlegerberatung diskutieren. Die Volks- und Raiffeisenbanken boten gestern an, über eine stärkere Regulierung des Grauen Kapitalmarktes zu reden. Zugleich warnte der Bundesverband (BVR) vor einer "Überregulierung der Anlageberatung". Bevor man über neue Regulierungen nachdenkt, sollten die ab 2010 geltenden Regelungen in der Anlageberatung umgesetzt und deren Wirksamkeit beurteilt werden, hieß es.

Die Große Koalition hatte beschlossen, die Verjährungsfristen bei Fehlberatungen von drei auf zehn Jahre auszuweiten und eine Protokollpflicht von Beratungsgesprächen einzuführen.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Runder Tisch: Aigner pocht auf Gesetz für mehr Anlegerschutz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Warum dieses Geeiere?
    beweislastumkehr - und fertig!

  • Warum dieses Geeiere?
    beweislastumkehr - und fertig!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%