Schering fällt raus
Postbank steigt in den Dax auf

Lange war es spannend, jetzt ist es klar: Wenn der Arbeitskreis Aktienindizes am kommenden Dienstag in der Deutschen Börse zusammenkommt, wird die wichtigste Entscheidung des Tages zu Gunsten der Deutschen Postbank ausgehen. Deren Aktien werden am 18. September die Schering-Papiere im Deutschen Aktienindex (Dax) ersetzen.

FRANKFURT. Die Postbank galt bereits seit Wochen als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Schering. Das Berliner Pharma-Unternehmen wird von Bayer übernommen, muss deswegen seinen Platz räumen. Weil die Umsätze der Postbank-Aktie aber bis Mitte August gering waren, hatte zwischendurch die Darmstädter Merck AG die besseren Karten. Doch dabei blieb es nicht. „Seitdem den Anlegern in der vergangenen Woche bewusst wurde, dass es die Postbank eventuell doch nicht schaffen könnte, haben die Umsätze deutlich angezogen“, sagt Carsten Klude von der Privatbank M.M. Warburg.

Der Aufstieg in den Dax gilt für Unternehmen noch immer als Ritterschlag. Vor allem die immer beliebteren passiv gemanagten Fonds, die die Indizes in ihrer Zusammensetzung nachbilden, dürften dadurch in großem Stil in die Aktie investieren.

Zwar könnte sich bis Donnerstag Abend das Blatt theoretisch noch einmal zu Gunsten von Merck wenden – Marktkapitalisierung und Handelsumsätze gehen bis zum 31. August in die Entscheidung mit ein. Die Experten glauben aber nicht daran. „Dazu ist das Polster der Postbank zu komfortabel“, sagt Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank (HVB).

Zugute kam der Postbank in den letzten Tagen auch die erneut aufkeimende Übernahmephantasie in der europäischen Bankenszene. Am Wochenende wurde bekannt, dass in Italien mit der Übernahme von Sanpaolo Imi durch die Banca Intesa ein neuer Bankengigant entsteht. Unmittelbar danach machte am deutschen Aktienmarkt das Gerücht die Runde, dass die Deutsche Bank Interesse an der Postbank haben könnte. Das wurde zwar umgehend dementiert, sorgte aber trotzdem für hohe Handelsumsätze.

Am gestrigen Mittwoch hieß es von der Royal Bank of Scotland (RBOS), der drittgrößten Bank in Europa hinter HSBC und UBS, dass man nicht an möglichen Akquisitionen interessiert sei. Auch sie war in den letzten Tagen als möglicher Käufer genannt worden. Zwischenzeitlich wurde auch die italienische Unicredit als potenzieller Interessent genannt, was ebenfalls nicht bestätigt wurde. Die Postbank-Mutter Deutsche Post machte im Gegenzug mehrmals deutlich, dass die Spekulationen um einen Verkauf jeglicher Grundlage entbehrten.

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