Schwarzbuch Börse 2006: „Dax-Schwergewichte waren 2006 die Sünder“

Schwarzbuch Börse 2006
„Dax-Schwergewichte waren 2006 die Sünder“

Im Börsenjahr 2006 haben nach Ansicht von Aktionärsschützern vor allem Schwergewichte wie Siemens, Telekom und Tui die Anleger verärgert.

HB MÜNCHEN. Während früher viele kleine Unternehmen am Neuen Markt zu den schwarzen Schafen zählten, sei 2006 das Jahr der großen Sünder gewesen, berichtete die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) am Montag in München.

Als größten Unternehmensskandal wertete die SdK die Aufdeckung von schwarzen Kassen bei Siemens. Das größte Debakel für die Anleger sei der Absturz der EADS-Aktie gewesen, nachdem der Konzern Lieferverzögerungen für den neuen Airbus A380 angekündigt hatte. Denn der Kurssturz des MDax-Schwergewichts vernichtete nicht nur mehr als 5 Mrd. Euro an Marktkapitalisierung. Vorab hatten möglicherweise auch bis zu 800 EADS-Angestellte verbotenes Insiderwissen genutzt, um ihre Aktien noch rechtzeitig verkaufen zu können. Auch diese Anzahl mutmaßlicher „Täter“ dürfte im zurückliegenden Börsenjahr einsamer Rekord gewesen sein.

Einer davon war beispielsweise EADS-Co-Chef Noël Forgeard, der im März seine Aktienoptionen zog und mit 3,7 Mio. Euro Gewinn versilberte. Das Interessante dabei: Forgeard war bis 2005 noch selbst Chef von Airbus. Daher sah sich der Franzose nach dem Kurssturz der EADS-Aktie sogleich genötigt zu versichern, erst Mitte April von den drohenden Lieferverzögerungen beim A380 erfahren zu haben. Anfang April hatten auch die beiden EADS-Großaktionäre Arnaud Lagardère und Daimler-Chrysler größere Aktienpakete verkauft. Auch hier beteuerten beide Beteiligten, zum Zeitpunkt des Verkaufs noch von nichts gewusst zu haben. Bestätigt wurde ihnen das ausgerechnet von Forgeard.

Insgesamt listet die SdK in ihrem jährlich erscheinenden „Schwarzbuch Börse“ mehrere Dutzend Unternehmen auf, die den Anlegern selbst im guten Aktienjahr 2006 keine Freude gemacht haben. „Wo die Sonne scheint, gibt es auch Schatten“, sagte SdK-Vorsitzender Klaus Schneider. Ein halbes Dutzend der Unternehmen sei im Deutschen Aktienindex Dax notiert.

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