Schwarzbuch Börse
„Zitrone“ für drei missglückte Börsengänge

In ihrem Schwarzbuch Börse vergibt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger jährlich die „IPO-Zitrone“ für missglückte Börsengange. 2006 bot eine zahlreiche Auswahl an diversen Minusperformern. Drei miserabel verlaufende IPOs wiesen mehrere Parallelen auf - und hatten denselben Konsortialführer.

jr DÜSSELDORF. Mit Primion, Bio-Gate und Viscom hat die Investmentbank Equinet als Konsortialführerin im vergangenen Jahr drei verunglückte Börsengange aufs Parkett gelegt. Dafür erhielt die Bank die „IPO-Zitrone“, die seit 1999 von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) in Zusammenarbeit mit dem Magazin „Going Public“ verliehen wird. Alle drei Werte hatten seit der Erstnotiz zwischenzeitlich mehr als 50 Prozent an Wert verloren. Mittlerweile konnten sich die Aktien von ihren Tiefständen aber lösen. Die „Preisverleihung" fand im Rahmen der alljährlichen Vorstellung des Schwarzbuchs Börse 2006 statt.

Nach Meinung der Anlegerschützer bot das vergangene Jahr mit seinen zahlreichen Börsengängen und entsprechend diversen Minusperformern auf den ersten Blick eine reichhaltige Auswahl an möglichen Preisträgern an. Ausschlaggebend war die Bündelung der drei kursmäßig schwer verunglückten IPOs mit Equinet als Konsortialführer. Die drei Börsengänge wiesen mehrere Parallelen auf: Primion, Bio-Gate und Viscom kamen in einem regelrechten Verkäufermarkt an die Börse – der übrigens mit dem Zeitpunkt des Air-Berlin-Börsengangs am 11. Mai endete. Viscom debütierte einen Tag vorher. Alle drei Gesellschaften verkaufen quasi nur ein Produkt bzw. sind extrem stark von einer einzelnen Technologie abhängig. Die Erwartungshaltungen zum Zeitpunkt des Börsengangs waren hoch und konnten nicht erfüllt werden. Nach Meinung der Anlegerschützer hätte Equinet einen konservativen Emissionspreis berechnen müssen.

Bio-Gate startete anfangs mit hohen Zeichnungsgewinnen und lag sogar 90 Prozent im Plus, bevor die Erwartungen mehr und mehr schwanden und bereits im August tatsächlich miserable Geschäftszahlen bekannt gegeben wurden, die mit der IPO-Planung nichts mehr zu tun hatten. An diesem Tag halbierte sich der Bio-Gate-Kurs nochmals.

Es gab aber auch andere Equinet-IPOs: Als Co-Lead Manager (zusammen mit der Landesbank Baden-Württemberg) war die Bank auch für den Börsengang von Nanogate Mitte Oktober teilverantwortlich. Doch gerade diese Aktie hat seit der Erstnotiz vor drei Monaten nicht an Boden verloren. Auch die von Equinet gebrachte Living-e, die allerdings ein Emissionsvolumen unter 5 Mill. Euro hatte, ebenfalls recht stabil beim Ausgabepreis.

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