Schweizer Bank und Soros fördern Verlage
Pressefreiheit als Börsenprodukt

Die Schwäche des US-Investors Georges Soros für politisch heikle Projekte ist bekannt. So hat er versucht, mit einer millionenschweren Kampagne die Wiederwahl des US-Präsidenten George W. Bush zu verhindern, und er soll auch ehemalige GUS-Republiken finanziell unterstützt haben.

oli ZÜRICH. Ein politisch korrektes Unternehmen hat Soros jetzt mit Hilfe der Zürcher Bank Vontobel und der Schweizer Unternehmerinitiative Responsability auf die Beine gestellt: Gemeinsam haben sie ein börsennotiertes Finanzprodukt geschaffen, das die Pressefreiheit in Entwicklungsländern fördern soll.

„Voncert Responsability Media Development“ heißt dieses neueste Produkt aus dem Hause Vontobel, bei dem Investoren 80 Prozent ihrer Anlagesumme in eine festverzinsliche Anlageform stecken und 20 Prozent in den Media Development Loan Fund. Dieser Fonds stellt preiswerte Kredite für unabhängige Verlage in Entwicklungsländern zur Verfügung. „Wenn ich investiere, habe ich zwei Ziele: Ich möchte etwas verdienen und etwas Gutes tun“, sagt Soros.

Nach Einschätzung der Weltbank gibt es eine zentrale Beziehung zwischen wirtschaftlichem Wachstum in einer Region und der Qualität der Information. In Entwicklungsländern leiden Medien oft unter Zensur oder der Einflussnahme ihrer Geldgeber. „Es fehlt der Zugang zu neutralen Finanzierungsmöglichkeiten“, sagt Trevor Ncube, Verleger mehrerer Tageszeitungen in Simbabwe. Er hat über den Pressefreiheits-Fonds bereits Kredite bezogen.

Der Fonds läuft fünf Jahre und ist zum Emissionspreis von 100 Schweizer Franken (65 Euro) zu haben. Er ist jederzeit handelbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%