Schwellenländer
Düsteres Panorama für Mexikos Börse

Finanzkrise, sinkende Ölpreise und der Sinkflug der Landeswährung Peso haben die mexikanische Börse nach fünf Boom-Jahren in ein Tief gestürzt. Und die Aussichten sind mau: Analysten erwarten, dass auch 2009 ein schlechtes Jahr wird.

MEXIKO-STADT. Fünf Jahre lang gab es für die Kurse an der mexikanischen Börse kein Halten. Von 2002 bis Mitte 2008 schoss der IPC-Aktienindex der Bolsa de Valores (BMV) fast ungebremst in die Höhe und verfünffachte seinen Wert bis auf rund 31 000 Punkte. Doch die Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch das Börsenbarometer der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas schwer gebeutelt und die Gewinne weggeschmolzen. Im Sog der Krise büßte der IPC-Index in den vergangenen drei Monaten rund ein Drittel seines Wertes ein.

Zuletzt notierte der Index bei rund 20 500 Punkten. Auch wenn der Index damit in der vergangenen Woche kräftig zugelegt hat, erwarten Anlageexperten weiterhin stark schwankende Kurse. Auch die anderen lateinamerikanischen Börsen haben schwere Einbußen erlitten. Die mexikanische Börse ist jedoch mit am stärksten von der Krise betroffen.

Die Zeiten satter Gewinne seien erst mal vorbei, sagen Analysten in Mexiko-Stadt. Anleger sorgen sich um mögliche Ausfälle bei den Schuldenzahlungen des Landes, auch schadet der sinkende Ölpreis. Mindestens bis Ende 2009 müssten sich Investoren auf schwere Zeit einstellen. Die Effekte der Finanzkrise, aber auch die Auswirkungen auf die Realwirtschaft und hausgemachte Probleme machten eine raschere Erholung unwahrscheinlich, urteilt etwa Rodolfo Navarrete, vom Investmenthaus Vector. Navarrete sieht die Börse in den kommenden zwölf Monaten kaum verändert, da die mexikanische Wirtschaft stagnieren werde.

Die Regierung von Präsident Felipe Calderón versucht zwar, mit einem antizyklischen Investitions- und Förderprogramm gegenzusteuern, doch nach Meinung der Analysten reicht dieses Programm nicht aus, um den Abschwung zu verhindern. Denn die Konsumenten seien extrem zurückhaltend, und auch der Kreditmarkt sei weitgehend zum Erliegen gekommen.

Während die Regierung noch von einem Wachstum von 1,8 Prozent im kommenden Jahr ausgeht, haben die Analysten vom Investmenthaus Merrill Lynch ihre Prognose für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts nach unten korrigiert und taxieren das Wirtschaftswachstum auf 0,9 Prozent. Vector geht von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts für 2009 gerade mal um 0,8 Prozent aus.

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