Segment zwischen Grundchemie und Pharma gilt als überschätzt
Spezialchemieaktien stehen im Schatten von BASF

Die Chemie ist bei Investoren wieder gefragt: Nach der Besserung des US-Börsenklimas für große Chemiewerte Anfang des Jahres wächst auch in Europa das Interesse an der Branche – Favorit der Analysten ist dabei zurzeit BASF.

DÜSSELDORF. Anders sieht es bei den Spezialchemiewerten aus. Ende der 90er-Jahre mit dem Anspruch gestartet, weniger zyklisch, aber profitabler zu sein als die Großchemie, führen die Aktien der Spezialchemie heute an der Börse eher ein Schattendasein.

Das liegt zum Teil an den gestiegenen Liquiditätsanforderungen der Großanleger. „Wer nicht mindestens 1,5 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung hat, verschwindet vom Radarschirm der Institutionen“, klagte kürzlich der Vorstandschef einer kleinen US-Spezialchemiegruppe. Und auch die größeren US-Spezialchemiewerte sind kaum in wichtigen Indizes vertreten.

Das Problem haben auch einige europäische Konzerne. Die französische Rhodia hat im Zuge der Liquiditätskrise bis Ende 2003 stark an Wert verloren und ist mit rund 700 Mill. Euro Börsenwert heute für größere Fonds selbst als Turn-around- Investment zu klein. Aber auch der weltgrößte Spezialchemiekonzern, die Degussa, wird wegen geringen Streubesitzes von nur sieben Prozent von Analysten kaum mehr beobachtet. Schlimmer noch: Weil Anleger fürchten, dass Großaktionär Eon seine Degussa-Anteile verkaufen könnte, lassen auch kleinere Fonds die Finger von der Aktie.

„Das Etikett Spezialchemie gibt es an der Börse seit über fünf Jahren, aber offensichtlich sind die meisten dieser Aktien überschätzt worden“, sagt Bernd Pomrehn, Chemieanalyst bei der Zürcher Kantonalbank. Die Abhängigkeit von Rohstoffpreisen und Industriezyklen habe sich als ebenso problematisch herausgestellt wie bei Basischemiewerten.

Zudem haben viele Spezialchemiefirmen Ende der 90er-Jahre teuer zugekauft. Als Folge davon sitzen bis auf Ciba und DSM viele Firmen auf Schuldenbergen. Clariant etwa trennte sich in dieser Lage von ihrer Elektronikchemie. Die profitable und wachstumsstarke Sparte ging für das 12,6-fache des Betriebsgewinns (Ebit) zu einem Preis über den Tisch, der deutlich unter der Bewertung der nicht so profitablen und wachstumsstarken Muttergesellschaft lag.

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