Sommerpause ist ausgefallen
Börse Stuttgart profitierte 2005 von lebhaftem Handel

Die zweitgrößte deutsche Börse in Stuttgart hat im zu Ende gehenden Jahr eine lebhafte Handelsnachfrage verzeichnet und fast so viele Aufträge wie im Boomjahr 2000 abgewickelt.

HB STUTTGART. „Die Börse Stuttgart hat 2005 bei Umsatz und Orderaufkommen den jeweils zweithöchsten Stand ihrer Geschichte erzielt“, sagte Börsen-Vorstand Andreas Willius am Freitag in Stuttgart. Das Vertrauen der Anleger in die Märkte habe weiter zugenommen, das Sicherheitsbedürfnis sei aber unverändert hoch. „Die Anleger agieren inzwischen sehr klug“, sagte der Börsenchef.

Bezogen auf den Parketthandel steigerte die Börse Stuttgart ihren Marktanteil damit zwischen Januar und November auf 31,7 Prozent von 27,2 Prozent vor Jahresfrist. Einschließlich des dominierenden elektronischen Handels über Xetra kletterte der Marktanteil um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent.

Das Handelsvolumen habe bis zum vergangenen Dienstag um 29 Prozent auf 80,6 Milliarden Euro zugelegt, das Orderaufkommen sei um knapp 13 Prozent auf 891.326 im Monatsdurchschnitt gestiegen. Den höchsten Jahresumsatz hatte die Regionalbörse im Jahr 1999 mit 86,4 Milliarden Euro verzeichnet. Das höchste Ordervolumen lag 2000 bei durchschnittlich 898.408 Aufträgen pro Monat.

Als Gründe für die gute Bilanz nannte Willius die positive Entwicklung der Aktienindizes und die höhere Schwankungsbreite am Markt. Daher seien vor allem chancenreichere Aktien-Derivate wie Optionsscheine verstärkt nachgefragt worden. Anlagezertifikate wie Discount-Produkte, mit denen sich Verluste begrenzen lassen, hätten ihren Siegeszug fortgesetzt. Der Umsatz mit Zertifikaten verdoppelte sich auf 21,3 Milliarden Euro.

Zudem sei die übliche Sommerflaute ausgefallen, konstatierte der Börsenchef. „Nach einem eher schwachen ersten Halbjahr kam der Handel ab Juli kräftig in Schwung“, sagte Willius. Am Rentenmarkt fragten die Anleger in Stuttgart angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus verstärkt Papiere mit höheren Renditen wie strukturierte Anleihen oder Jumbo-Pfandbriefe nach.

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