Spekulationen um Apax-Einstieg
Adidas-Aktie in Kursturbulenzen

Spekulationen über einen Einstieg des britischen Finanzinvestors Apax haben am Mittwoch die Aktien von Adidas auf Berg- und Talfahrt geschickt. Das Papier des fränkischen Sportartikelherstellers war am Vormittag mit einem Plus von bis zu 4,6 Prozent der größte Gewinner im Dax. Nach Medienberichten, wonach Apax doch keinen Einstieg plant, brach der Adidas-Kurs ein.

HB MÜNCHEN. Am Nachmittag führte die Aktie mit einem Minus von bis zu 3,4 Prozent die Verliererliste an. Apax und Adidas lehnten Stellungnahmen ab.

Der Sportartikelkonzern ist einer der wenigen Dax-Unternehmen, die komplett in Streubesitz sind. Lediglich 12 Prozent der Investoren kommen aus Deutschland, der überwiegende Teil der Anteile wird von einer Reihe von britischen und amerikanischen Fonds gehalten.Lediglich zwei größere Shareholder haben im März die Meldeschwelle von drei Prozent übersprungen: Die britische Vermögensverwaltung Amvescap hält fünf Prozent an Adidas, der britische Unternehmer Michael Ashley 3,14 Prozent.

Adidas kämpft mit der Integration des US-Sportartikelherstellers Reebok, den die Franken im August 2005 für drei Milliarden Euro übernommen hatten. Das schleppende Geschäft mit der Neuerwerbung drückt auf die Adidas-Gewinne. Der Aktienkurs des Unternehmens blieb hinter der Dax-Entwicklung im vergangenen Jahr deutlich zurück. Zuletzt hatten die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse Kaufempfehlungen für die Aktie ausgegeben, der Kurs des Papiers zog in den vergangenen vier Wochen um fast 20 Prozent an.

Unter Berufung auf Finanzkreise hatte die „FTD“ berichtet, Apax wolle einen Anteil von 25 Prozent an dem Konzern erwerben und bereite eine Offerte in Höhe von 50 Euro pro Aktie vor. Für den britischen Finanzinvestor sei das Konsumgütergeschäft eine Schlüsselbranche. Zudem würde Apax mit dem erfolgreichen Kauf eines Anteils konkurrierende Finanzinvestoren ausstechen.

Bei Branchenexperten stießen die Spekulationen über einen bevorstehenden Einstieg von Apax auf Verwunderung. Uwe Weinreich von der HVB sagte: „Es ist ein Gerücht.“ Einen geplanten Einstieg vorher bekannt zu machen, sei seltsam, weil dies den Aktienkurs treibe. Steubing-Analyst Heino Ruland sagte: „Ich halte das zwar für ein wildes Gerücht, aber es ist nicht völlig unwahrscheinlich.“

Ein Einstieg eines Finanzinvestors sei als Zeichen zu werten, dass Adidas auf dem richtigen Weg sei, sagte Weinreich. Der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt hatte 2006 den Umsatz nach der Reebok-Übernahme um gut die Hälfte auf 10,1 Mrd. Euro gesteigert. Unterm Strich kletterte der Gewinn um 26 Prozent auf 483 Mill. Euro.

Bei Adidas hatte es in der Vergangenheit immer wieder Übernahmespekulationen gegeben. Beim Konkurrenten Puma war in der vergangenen Woche der französische Luxusgüterkonzern PPR eingestiegen.

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