Spendable Reiche
Geldadel verpflichtet

Galas für Kinder und Kranke statt Luxusyachten und Sportwagen: Die Superreichen haben Wohlttäigkeit als Statussymbol entdeckt. Neben moralischen Beweggründen folgen die Stars unter den Finanzinvestoren auch ganz handfesten PR-Zielen.

LONDON. Einen besseren Platz hätte sich Arpad Busson für seine Party kaum aussuchen können. Das Royal Naval College in Greenwich, direkt am Ufer der Themse, wirkt mit seinen Türmen, Säulen und Kuppeln zwar wie ein klassischer Repräsentationsbau, doch tatsächlich entwarf Architekt Christopher Wren das College im 17. Jahrhundert für einen guten Zweck. Hinter der prächtigen Fassade verbarg sich damals ein Heim für Veteranen der Marine und deren Familien.

Heute Abend wird in den Hallen des Royal Naval College wieder Gutes getan. Arpad, genannt Arki, Busson, einer der buntesten Vögel der Hedge-Fonds-Welt, lädt zu seinem jährlichen Wohltätigkeitsball. Jeder, der in der Londoner Geldbranche Rang und Namen hat und eine der 5 000 Pfund teuren Einladungen ergattern konnte, wird sich auf den Weg in den Vorort Greenwich machen.

Im vergangenen Jahr spendete die Geldelite, angefeuert von Bill Clinton und Madonna, die Rekordsumme von 26 000 Pfund pro Kopf für Bussons Absolute Return for Kids (Ark), die sich um notleidende Kinder kümmert. Insgesamt kamen so knapp 27 Millionen Pfund zusammen. Aber eigentlich braucht Arki Busson gar keine prominenten Ehrengäste, um Glamour zu verbreiten, das schafft er ganz alleine.

Busson, der in Genf als Sohn eines französischen Offiziers und einer Engländerin aufwuchs, spielte in seiner Jugend mit dem Gedanken, Rennskiläufer zu werden. Am Ende entschied er sich doch für eine Karriere an den Finanzmärkten. 1992 gründete er seinen eigenen Hedge-Fonds EIM, der heute zwölf Milliarden Dollar verwaltet.

In den Klatschblättern rund um den Globus taucht der schwerreiche Finanzier mit dem gewellten dunklen Haar aber vor allem als Gesellschaftslöwe auf. Nach Beziehungen mit der Schauspielerin Farah Fawcett und dem Supermodel Elle Macpherson hat sich der Schweizer unlängst mit Hollywood-Star Uma Thurman verlobt.

Busson ist ein typisches Exemplar des neuen Geldadels: Selfmade-Männer, die im Boom der vergangenen Jahre mit Hedge-Fonds oder Private Equity Hunderte von Millionen verdient haben, und die Verpflichtung spüren, einen Teil dieses Reichtums an die Gesellschaft zurückzugeben. Fast sieht es so aus, als hätten Sportwagen und Yachten als Statussymbol ausgedient. Wer es sich leisten kann, der gründet heute seine eigene Wohltätigkeitsstiftung.

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