Spieleentwickler
Changyou.com mit gelungenem Nasdaq-Debüt

Der chinesische Online-Spieleentwickler Changyou.com hat trotz Finanzkrise am Donnerstag ein fulminantes Börsendebüt an der US-Hochtechnologiebörse Nasdaq hingelegt.

HB NEW YORK. Zu Handelsbeginn kletterten die Hinterlegungsscheine (ADR) auf 22,02 Dollar, was einem Aufschlag von 38 Prozent verglichen mit dem Ausgabepreis von 16 Dollar entspricht. Im Handelsverlauf legte das Papier sogar um 50 Prozent zu.Der chinesische Online-Spieleentwickler Changyou.com hat trotz Finanzkrise am Donnerstag ein fulminantes Börsendebüt an der US-Hochtechnologiebörse Nasdaq hingelegt. Zu Handelsbeginn kletterten die Hinterlegungsscheine (ADR) auf 22,02 Dollar, was einem Aufschlag von 38 Prozent verglichen mit dem Ausgabepreis von 16 Dollar entspricht. Im Handelsverlauf legte das Papier sogar um 50 Prozent zu. Damit dürfte dem Unternehmen der erfolgreichste Börsengang seit knapp einem Jahr gelungen sein. Changyou wurde von dem chinesischen Internetportal Sohu.com abgespalten. Nach Daten von Thomson Reuters handelte es sich um den dritten Börsengang in den USA seit August 2008 und den größten Börsengang eines chinesischen Unternehmens an einer US-Börse seit Dezember 2007.

Ein Experte zeigte sich jedoch skeptisch. "Wenn dieser Börsengang im November stattgefunden hätte, als die Märkte im freien Fall waren, wäre er gefloppt", sagte Francis Gaskins, Präsident der Analysefirma IPO Desktop. Das Wertpapier sei von den steigenden Märkten am Donnerstag mit nach oben gezogen worden. Die Wall Street wies im Verlauf ein Plus von rund vier Prozent aus. Changyou-Chef Charles Zhang begründete den guten Börsenstart jedoch mit dem niedrigen Preis für die Aktienzertifikate und der Bilanz von Sohu, die seit neun Jahren an der Nasdaq notiert ist. Changyou hatte seine Papiere am oberen Ende der Preisspanne bei 16 Dollar platziert und durch den Börsengang 120 Mio. Dollar erlöst. Nach Informationen aus Kreisen waren die Anteile 15-fach überzeichnet.

Changyou ist vor allem in China für sein Online-Spiel "Tian Long Ba Bu" bekannt. Mit dem Kampfkunst-Spiel, das 2007 auf den Markt gebracht wurde, erwirtschaftet das asiatische Unternehmen rund 94 Prozent seiner Einnahmen.

Einen erfolgreichen Börsengang hatte auch der Babynahrungshersteller Mead Johnson Nutrition im Februar diese Jahres hingelegt. Die Aktie stieg am ersten Handelstag um zwölf Prozent. Insgesamt flossen dem Unternehmen umgerechnet 557 Mio. Euro zu. Seit Monaten kommt der Markt für Neuemissionen in den USA nicht so recht in die Gänge. Die Finanzkrise hat ihn quasi ausgetrocknet.

(Reporter: Phil Wahba; bearbeitet von Birgit Mittwollen; redigiert von Stefanie Huber) REUTERS

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