Staatsanwaltschaft ermittelt
Insiderverdacht bei Stuttgarter Derivatehändler

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen sieben Personen wegen des Verdachts auf Insiderhandel im Zusammenhang mit dem Besitzerwechsel beim Stuttgarter Derivatehändler Euwax. 60 Beamte und sechs Staatsanwälte durchsuchten daher elf Gebäude, darunter neben der Euwax die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

ben / mwb FRANKFURT / STUTTGART. Die LBBW oder einer ihrer Vertreter sind nach Aussagen einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft von den Ermittlungen nicht direkt betroffen. Man habe zur Beweissicherung auch Räumlichkeiten nicht selbst Betroffener Institutionen durchsucht. Die Räume der Börse Stuttgart, die wie die Euwax vom Baden-Württembergischen Börsenverein kontrolliert wird, wurden nicht durchsucht.

Angestoßen wurden die Ermittlungen durch Untersuchungen der Finanzmarktaufsicht BaFin. Diese hatte die Mehrheitsübernahme der Euwax durch den Börsenverein im Jahr 2002 unter die Lupe genommen und 2005 der Staatsanwaltschaft übergeben. Der Börsenverein hatte 2002 Euwax-Anteile von Unternehmensgründer Hans-Peter Bruker und dem aktuellen Eawax-Chef Harald Schnabel übernommen und den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot gemacht, das gut zehn Prozent über dem damaligen Börsenkurs lag. Mittlerweile hält der Verein rund 75 Prozent der Euwax-Anteile. Nach Aussagen der Euwax geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sich die Insider durch ihren Wissenvorsprung einen Vorteil von rund 13 000 Euro verschafft haben. Schnabel betonte, die Ermittlungen richteten sich gegen Dritte, nicht gegen die Gesellschaft selbst. Er sei nicht betroffen, es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Organmitglieder unter den Beschuldigten seien.

Bruker, heute Aufsichtsrat der Euwax, sagte dem Handelsblatt, dass seines Wissens nach gegen ihn nicht ermittelt werde. Er habe der Staatsanwaltschaft volle Unterstützung bei der Aufklärung zugesichert. Das stellvertretende Aufsichtsratsmitglied Jan Wittig, sagte dem Handelsblatt: „Ich bin nicht betroffen“. Dies gelte auch für Aufsichtsratschef und Porsche-Finanzvorstand Holger Härter.

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