Staatsanwaltschaft ermittelt

Verdacht auf manipulierte Kurse in Frankfurt

Wurden an der Frankfurter Börse die Kurse künstlich aufgebläht? Dieser Frage geht die Staatsanwaltschaft nach und ermittelt gegen mehrere Börsen-Akteure. Ausgelöst hatte die Ermittlungen die Deutsche Börse selbst.
Update: 17.06.2013 - 13:08 Uhr 17 Kommentare
Dax-Tafel in Frankfurt. Marktteilnehmer sollen die Umsätze manipuliert haben. Quelle: dpa

Dax-Tafel in Frankfurt. Marktteilnehmer sollen die Umsätze manipuliert haben.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts künstlich aufgeblähter Aktienumsätze an der Frankfurter Börse. Eine Sprecherin der Behörde in der Main-Metropole bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der „Wirtschaftswoche“ vom Wochenende. Demnach sollen Marktteilnehmer Aktien zwischen dem Xetra-System und den Spezialisten auf dem Parkett im Kreis gehandelt haben, um die Börsenumsätze mit bestimmten Papieren künstlich in die Höhe zu treiben. Die Liquidität einer Aktie ist eines der entscheidenden Kriterien für die Aufnahme in einen bestimmten Index, womit Unternehmen wiederum mehr große institutionelle Investoren anlocken können.

Ausgelöst hatte die Ermittlungen die Deutsche Börse. Sie machte im November 2012 in einem internen Schreiben an Marktteilnehmer darauf aufmerksam, dass es Auffälligkeiten im Handel gebe. In dem Brief, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, heißt es: „Das beschriebene Handelsverhalten wiederholt sich regelmäßig, ohne dass Aufträge Dritter zur Ausführung gelangen.“ Auch wenn diese Aktivitäten nur in Einzelfällen festgestellt worden seien, seien sie „grundsätzlich geeignet, das Vertrauen in die Ordnungsmäßigkeit des Börsenhandels und der Integrität des Marktes zu beschädigen, da hier Marktteilnehmern maßgebliche falsche oder irreführende Signale (Umsatzvolumen) gegeben werden“.

Die Deutsche Börse alarmierte die Finanzaufsicht BaFin, die nach eigenen Angaben Ende 2012 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattete. In einem Fall wurden die Ermittlungen gegen Zahlung von Geldstrafen bereits eingestellt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte. Dabei handele es sich um Mitarbeiter der Bank Close Brothers Seydler, die jeweils zwischen 2.250 und 9.900 Euro zahlen mussten. Von Close Brothers Seydler war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Gegenüber der „Wirtschaftswoche“ hatte die Bank erklärt, mit der Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage sei „keine Schuldfeststellung“ verbunden.

In einem zweiten Fall dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch an. Wer im Zentrum dieses Verfahrens steht, war zunächst nicht zu erfahren.

Die Deutsche Börse betonte am Montag, der Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse sei streng reguliert und transparent. „Eine Aufnahme in Auswahlindizes der Deutschen Börse alleine basierend auf dem Kriterium 'Umsatz' ist nicht möglich. Die Deutsche Börse AG lässt sich zudem bei allen Indexentscheidungen durch ein unabhängiges Fachgremium beraten - den Arbeitskreis Aktienindizes.“

  • rtr
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17 Kommentare zu "Staatsanwaltschaft ermittelt: Verdacht auf manipulierte Kurse in Frankfurt"

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  • Hallo, was für Kommentare ! Der so genannte Bankster soll mit den eingelegten Geldern der Kunden ein Maximum an Rendite erwirtschaften, denn sonst zieht er sein Geld ab.

    An der Börse möchte er auch mal das große Rad drehen, nur andere können es besser und
    Fritzchen fällt auf die Nase. Diese verfluchten Bankster haben natürlich Schuld an dieser Bruchlandung.

    Dann werden Auto, Haus usw. auf Kredit gekauft, anschließend eine Umschuldung vorgenommen,
    und der verfluchte Bankster will diese Leistung auch noch bezahlt haben !

    Werte Damen und Herren, wenn dann ein paar Makler erwischt werden beim Zocken, ist das
    sicher eine strafbare Handlung, nur wie oft haben wir schon versucht auch ein größeres Stück
    von dem Kuchen zu erhaschen ! In diesem Sinne eine schöne Woche.

  • Daß der Goldpreis manipuliert wird ist ja allgemein bekannt.

  • Die Boersen haben doch zur Genuege den Beweis erbracht, dass die "Kursspielereien" den Volkswirtschaften mehr Schaden als Nutzen gebracht haben.
    Die Konsequenz muss sein, dass diese "Zockerbuden" absolut verboten sein muessen.
    Fuer die Finanzierungen von unternehmerischen Aktivitaeten muss der Staat zinslose Kredite vergeben, mit z.B. 4 Jahre Tilgungsaussetzung.Rueckzahlungsbedingungen muessen frei verhandelbar sein.

  • Und was passiert wenn die Staatsanwalt ausreichende Beweise ausbuddelt und das ganze vor Gericht geht? Die Verantwortlichen bekommen eine Geldstrafe, die natürlich an den Finanzminister geht.

  • Dass alles sieht nach Hütchenspiel aus. Ausgenommen wird immer der Kleinaktionär! Jeder darf eine AG gründen und die Vorraussetzungen sind lächerlich und je nach Land stecken sogar Staaten dahinter, greifen dass Geld ab und gehen dann pleite oder der handel wird wieder ausgesetzt! Allein in Deutschland werden so jedes Jahr 50 Milliarden verdient und die betroffenen melden sich dann bei Zwegat und Co.. Die Börse gehört abgeschafft, da sämtliche Kontrolloragne versagen bzw. bei dem Casino mitverdienen.

    Leider wahr!!!

    Holt eure Schäfchen lieber mit Verlust ins trockene, bevor alles weg ist.

  • MANIPULIERT? Das haben Sie gesagt!

    Lassen wir Manfred Krug einen Tatort machen in welchem die Bevölkerung dahingehend "BEEINFLUSST" wird daß Kursmanipulationen nicht statgefunden haben. Noch ein paar Gummibärchen von unserem Sponsor.

  • Ich bin auch absolut fassungslos und genau wie Sie es beschrieben haben ist es.
    Die ganzen Rettungsgelder sind jetzt dort wo die Verursacher der ganzen Weltwirtschaftskrise sitzen, bei den Banken und diese zocken sich mit unseren
    Steuermilliarden wieder einmal mit Eigenhandel etc. ihre Gewinne zusammen.
    Ich sage euch wenn Bernanke sagt er macht so weiter und pumpt weiter die Milliarden in die Märkte, dann macht der Dax 1000 Punkte wie ein Befreiungsschlag
    oder einfach nur eine Aussage für die Banken. Es ändert sich ja nichts, aber alleine
    diese Aussage sorgt bei immer grösseren Problemen in Europa für steigende Kurse
    So ist das nun einmal, dafür werden ja die Bürger enteignet schön still und leise
    ihre Altervorsorge schrumpft

  • Wenn ich mir anschaue was die Telekom "Volksschauspieler" Mafred Krug damals bezahlt hat für den Werbespot zum Börsengang

    ... kann man das nicht von MANIPULATION des KURSES ...

    durch Werbung sprechen. Ich meine, wir werden doch permanet manipuliert Produkte von Hersteller A statt von Hersteller B zu kaufen.

  • Soso, die Staatsanwalstschaft ermittelt also.
    Wie den das? Ich denke die sind Weisungsabhängig? Wer ist den da irgendwo zu kurz gekommen?
    Vielleicht kann das HB ja mal etwas intensiver recherchieren?
    Oder besser überhaupt erst mal recherchieren? Hm?

    Und ich frage mich was soll bei der Ermittlung den rauskommen?
    Das ganze System wurde so geschaffen und ausgebaut, damit einige Wenige manipulieren können. Im Grunde gehören sämtliche Börsen, Banken und ihre Klone abgeschafft. Gründlich, restlos und sofort!
    Früher beschränkte sich die Gier der Leute ja noch auf Dinge die da waren. Real da waren! Heute kriegen die den Hals nicht voll von Zahlen, die nur auf Festplatten existieren! Und von Papieren, deren "Wert" irgendwer am Bildschirm bestimmt!

    Was für eine kranke, kaputte Welt!

  • @GSN


    Wann immer Kartoffeln bei mir zu lange gelagert wurden und austreiben, lege ich in meinem Garten ein Eckchen an, in dem ich sie dann einpflanze. SO sehen Sachwerte mit Kurspotential aus! :-DD

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