Staatsfonds unter Druck

Norwegen nimmt neue Märkte ins Visier

Der norwegische Staatsfonds ist der größte Fonds der Welt und nicht für seine Risikofreude bekannt. Doch nun will der Fondsriese in Entwicklungsländer investieren, um mehr Rendite zu erzielen.
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Norwegische Idylle: Wenn das Öl zu Ende geht, wollen die Norweger trotzdem gut leben - und unterhalten deshalb den größten Staatsfonds der Welt. Doch dieser gerät immer mehr unter Druck und soll nun verstärkt in Entwicklungsländern aktiv werden. Quelle: dpa

Norwegische Idylle: Wenn das Öl zu Ende geht, wollen die Norweger trotzdem gut leben - und unterhalten deshalb den größten Staatsfonds der Welt. Doch dieser gerät immer mehr unter Druck und soll nun verstärkt in Entwicklungsländern aktiv werden.

(Foto: dpa)

New YorkWenn es um Investments in Schwellenländer geht, sind meist große Länder mit großen Märkten vorne mit dabei. Doch es gibt auch Chancen jenseits von China, Russland und Brasilien - das zumindest glaubt der norwegische Staat. Das ölreiche Land in Europas Norden wird einen größeren Teil seines 890 Milliarden Dollar schweren Staatsfonds in so genannte Frontier Markets stecken. Damit sind Länder gemeint, die noch keine stark entwickelte Wirtschaft haben, Investoren aber dennoch die Möglichkeit bieten, ihr Geld bei ihnen anzulegen.

Es sind quasi Länder an der Schwelle zu einem Dasein als Schwellenland - etwa Vietnam, Kenia, Nigeria oder Tunesien. Die Entscheidung Norwegens, gerade in sie zu investieren, werde diesen Märkten mehr Aufmerksamkeit unter institutionellen Anlegern einbringen, glauben die Analysten von HSBC Holdings. Denn der norwegische Staatsfonds ist der größte der Welt und will sich laut dem jüngsten Strategiebericht zur Steigerung der Rendite vermehrt in unterentwickelten Finanzmärkten jenseits der großen Schwellenländer engagieren.

Dabei könnten die Norweger ein gutes Geschäft machen: Der Aktienindex des Anbieters MSCI aus Titeln der kleineren Schwellenländer hatte seit Beginn des Jahres ein Plus von 16 Prozent erzielt. Damit schlug der Index, in dem unter anderem Aktien aus Argentinien, der Ukraine und aus Kasachstan enthalten sind, die klassischen Schwellenländer mit ihrem Aufschlag von 4,5 Prozent deutlich. Wegen der anhaltenden Minizinsen in Europa und den USA und den zunehmend unter Wachstumsmangel leidenden Schwellenländern sind Institutionelle weltweit auf der Suche nach neuen Anlageklassen.

Für Investoren, die hohe Renditen suchen, bieten sich die noch wenig entwickelten Frontier Markets an - gerade auch deswegen, weil die klassischen Schwellenländer sich in den vergangenen Monaten als Schwerenöter im Portfolio erwiesen haben. Brasilien, Russland, Indien und China haben die Weltwirtschaft zwar aus der Finanzkrise von 2008 befreit, taumeln derzeit aber von einer Krise zur nächsten. So hat das WM-Land Brasilien die erste Senkung des Kreditratings seit zehn Jahren erlitten. Russlands Wachstum ist angesichts der Krise in Osteuropa durch Sanktionen bedroht.

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