Starinvestor schlägt zu
Soros nimmt Europa ins Visier

Der Hedge-Fonds von Investoren-Legende George Soros verringert sein Vermögen an US-Aktien und investiert in Europa. Andere Großinvestoren setzen ebenfalls auf den alten Kontinent. Eine Chance für Privatanleger?
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New YorkDiese Nachricht dürfte Anleger nachdenklich stimmen: Soros Fund Management hat seine Positionen in US-Aktien im vierten Quartal verringert und stattdessen Gelder global angelegt. Das Family-Office von Milliardär und Hedgefondsmanager George Soros verwaltet fast 30 Milliarden US- Dollar.

Die New Yorker Gesellschaft verlagerte rund zwei Milliarden US-Dollar in europäische und asiatische Aktien, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg von einer mit den Vorgängen vertrauten Person erfuhr. Der Ertrag von Soros Fund Management kam für 2014 auf rund acht Prozent und für dieses Jahr bislang auf 1,5 Prozent, wie es weiter hieß.

Der 84-jährige Soros kommt laut Bloomberg-Billionaires Index auf ein Nettovermögen von 26 Milliarden Dollar. Seine Gesellschaft war einer Pflichtmitteilung zufolge zum 31. Dezember in 186 Positionen investiert, fast ein Drittel weniger als Ende September.

Auch andere große Hedgefondsmanager verringerten ihr Engagement bei US-Aktien, nachdem der Rutsch der Ölpreise die Energieinvestments beeinträchtigte. David Teppers Appaloosa Management baute die US-Aktien im vierten Quartal um 2,74 Milliarden Dollar ab, ein Minus von 40 Prozent gegenüber dem dritten Quartal.

Bei Moore Capital Management von Louis Bacon standen mit 2,3 Milliarden Dollar zum Jahresende 25 Prozent weniger US-Aktien zu Buche als Ende September. Das geht aus Pflichtmitteilungen hervor. Der Hedgefonds ist 14,8 Milliarden Dollar schwer.

Andere Hedgefondsmanger, darunter Leon Cooperman, Chef von Omega Advisors, bleiben in Bezug auf US-Aktien zwar optimistisch, sehen aber anderswo größere Gewinnchancen. „Wir gehen davon aus, dass die europäischen Märkte und der japanische Aktienmarkt die US-Aktien übertreffen werden“, schrieb Cooperman, 71, im Januar in einem Investoren-Brief. Ein Grund für die Umschichtungen aus den USA war die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank die Geldpolitik weiter lockern wird, der Euro schwächer und die Unternehmensergebnisse solide ausfallen werden.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Ertrag von Soros: 2014 8%, 2015 bisher 1,5%

    Beide Zahlen sind angesichts der weltweiten Anstiege der Aktienmärkte erbärmlich (DAX 2015 bisher >10%).

    Warum wird uns ausgerechnet dieser Typ im HB immer wieder als Guru und Experte verkauft? Muss man nachgewiesener Versager sein, um als "Experte" zu gelten?

  • Zu viele kranke Gehirne, die unsere Welt ausbeuten und unsere "Volksvertreter" profitieren von der Deregulierung im Finanzwesen !

  • Welch ein Glück, Herr Soros kommt nach Europa. Ich stelle eine Kerze ins Fenster.

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