Streben nach einem einheitlichen Kurszettel
Der neue Markt andernorts: Paris

Der Börsenbetreiber Euronext hat am 21. Februar den französischen Neuen Markt, „Nouveau Marché“, dichtgemacht. Das Segment fiel einer weitreichenden Neuordnung des Börsenzettels zum Opfer.

Euronext will langfristig alle Werte der vier Börsenplätze Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon in einer alphabetisch sortierten „Eurolist“ zusammenfassen. Die Einteilung in Premier Marché, Second Marché und Nouveau Marché war für internationale Investoren verwirrend, meinen Experten. Ein einheitlicher Kurszettel sei sinnvoller.

Zudem waren zum Schluss nur noch eine Hand voll Unternehmen überhaupt interessant; die große Masse dümpelte ohne große Handelsvolumina dahin. Der schnell wachsende Telekom- und Internet-Anbieter Iliad machte daher bei seinem Börsengang im Januar 2004 einen Bogen um den Nouveau Marché und ließ sich am Premier Marché listen.

Zwar gibt es in Frankreich heutzutage kein spezielles Segment für Wachstumswerte mehr. Doch will der Börsenbetreiber Euronext kleinen und mittelgroße Unternehmen aller Branchen den Gang an die Börse erleichtern. Am 17. Mai startet er daher das neue Segment Alternext, das speziell für mittelständische Gesellschaften gedacht ist. Bei Alternext müssen Börsenkandidaten nur zwei Jahre rückwirkend Bilanzen vorlegen; Quartalsberichte sind keine Pflicht. Die Mindestemissionssumme liegt bei 2,5 Mill. Euro. Vorbild ist der Londoner „Alternative Investment Market“ (AIM).

Es gibt gute Chancen, dass das Konzept aufgeht, denn Alternext ist zu einem potenziellen Tummelplatz von Tech-Werten geworden. Bislang haben vor allem Internet-Unternehmen ihr Interesse an einer Notierung angemeldet – wie zum Beispiel die Suchmaschine für preisgünstige Baufinanzierungen Meilleurtaux.com und der Internet-Partnertreff Meetic.fr.

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