Strenge Regeln
Londoner Banker müssen Nachtschichten schieben

Ein neues Gesetz soll die Finanzmärkte regulieren und die Verbraucher schützen. Doch Händler beschweren sich - für sie bedeuten die neuen Vorschriften zusätzliche Arbeit. Wie Citi-Banker zu Nachteulen werden.
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New YorkEigentlich sind Geschäftsabschlüsse nach fünf Uhr abends bei der Londoner Citygroup Sache der New Yorker Kollegen - doch neuerdings müssen auch die Banker in London länger arbeiten. Mindestens zwei Mitarbeiter blieben zuletzt bis nach neun Uhr abends im Büro, klagt Alex Jackson, Leiter für Investor Sales, Foreign Exchange und Local Markets bei der Citygroup in London. Von der britischen Hauptstadt aus sollten sie Geschäfte mit Kunden tätigen, die ihre US-amerikanischen Kollegen nicht mehr abschließen dürfen.

Die neuen Nachtschichten sollen dem Dodd-Frank-Gesetz geschuldet sein. Das 2010 verabschiedete Gesetz soll das amerikanische Finanzsystem transparenter machen und Exzesse wie die der Finanzkrise in Zukunft verhindern.

Für die Banker bedeutet das mehr Bürokratie: Alex Jackson zufolge verbieten die neuen Vorschriften, US-Mitarbeitern den Handel mit Gegenparteien, die den Regeln der International Swaps & Derivatives Association (ISDA) nicht zugestimmt haben.

Befinde sich der Händler physisch in den USA heißt das: Kein Handel. Von den Regelungen betroffen seien zum Beispiel europäische Vermögensverwalter und brasilianische Hedgefonds. Um den Kunden ein Handelssystem rund um die Uhr zu bieten, teilen Devisenhändler normalerweise Online-Chats mit Sofortnachrichten zwischen Mitarbeitern in Asien, London und den USA auf.

Am Ende eines Arbeitstages geben sie dann die Kontakte an das Team auf dem jeweiligen Kontinent weiter. Auch die Telefonleitungen werden umgeleitet, so dass die Kollegen aus New York ab 17 Uhr britischer Zeit von London übernehmen.

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Kommentare zu " Strenge Regeln: Londoner Banker müssen Nachtschichten schieben"

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  • Grundsätzlich müssten alle Geschäfte (Börsenzockereien) ohne einen "realen Werthintergrund" verboten werden. Aber wer soll das durchsetzen? Irgendwann platzt die Blase; bezahlen muss es dann der letzte in der Kette, der Sparer.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @women

    Wenn man keine Ahnung und ansonsten nur den Horizont einer Kaffeetasse hat,sollte man besser schweigen.

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