Studie
Australier bleiben Aktien-Weltmeister

Australierinnen und Australier halten nach wie vor den Weltrekord im Aktienbesitz. Sechs der insgesamt 20 Millionen Einwohner halten direkt Wertpapiere. In Down Under schaut man dabei auch gerne über die Grenze.

SYDNEY. Australierinnen und Australier halten nach wie vor den Weltrekord im Aktienbesitz. Sechs der insgesamt 20 Millionen Einwohner halten direkt Wertpapiere. Das geht aus der Jahresstudie der Australian Securities Exchange (ASE) hervor. Allerdings drückt der Trend, verstärkt in Anlagefonds zu investieren, auf die Statistik. So ist in den vergangenen drei Jahren der Anteil der Besitzer von Aktien von 44 Prozent auf 38 Prozent geschrumpft.

Viele Australier haben in den neunziger Jahren durch die Privatisierungen staatlicher oder halbstaatlicher Betriebe wie Qantas Airways, Commonwealth Bank und Telstra die Börse für sich entdeckt. Für die meisten hat sich der Einstieg gelohnt. Dank der sehr guten Kursentwicklung an der australischen Börse ist der Wert des durchschnittlichen Aktienportefeuilles seit 2002 von 77 800 australischen Dollar auf 190 600 A-Dollar geklettert. Die Australier kaufen und verkaufen die Papiere allerdings häufiger als in früheren Jahren. Der Durchschnittswert eines Orderauftrags ist im selben Zeitraum von 8 830 auf 14 200 A-Dollar gestiegen.

Der Rückgang des direkten Aktienbesitzes wird auf zwei Ursachen zurückgeführt: Zum einen verkauften viele Aktionäre in den letzten Jahren ihre Anteile, um die Mittel in die Rückzahlung ihrer Haushypotheken zu stecken. Die Kosten für Immobilien sind in den vergangenen zehn Jahren in den meisten australischen Städten zum Teil kräftig gestiegen. Zum andern investieren Australier immer häufiger in Anlagefonds – entweder aus Gründen der Bequemlichkeit oder über die privaten, seit einiger Zeit obligatorischen Altersvorsorgeeinrichtungen.

Schließlich hat die ASE noch eine weitere Tendenz festgestellt: Anleger, die weiterhin direkt Aktien kaufen, schauen gerne über die Grenze. Ausländische Wertpapiere können mittlerweile ganz einfach und bequem geordert werden. Immer häufiger wird dabei das Internet genutzt. Der traditionelle Broker hat – zumindest im unteren Marktsegment – praktisch ausgedient.

Urs Wälterlin
Urs Wälterlin
Handelsblatt / Korrespondent
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