Studie
Investor-Relations stärken die Aktie

Wenn es um eine erfolgreiche Kommunikation mit den Kapitalmärkten geht, dann sind die in Deutschland aus Analystensicht führenden Unternehmen auch auf dem europäischen Parkett ganz vorne dabei. Im internationalen Vergleich tun sich RWE, BASF, Continental und SAP besonders hervor.

FRANKFURT. Nach der Studie des Londoner Forschungsunternehmens Institutional Investor Research Group (IIRG) erhalten Firmen wie BASF, Continental und SAP auch im Vergleich zu ihren Wettbewerbern in Europa Bestnoten für ihre Investor-Relations. Alle drei Unternehmen verdienten sich ihre Auszeichnung sowohl bei Analysten auf der Verkaufsseite (Sell Side), also denen, die Aktienempfehlungen abgeben, wie auch bei den so genannten Buy-Side-Analysten, die Aktien für den eigenen Handel ihrer Bank bewerten.

Für die europaweite Studie hat das Londoner Forschungsunternehmen IIRG die Meinungen von 947 Sell-Side- und 431 Buy-Side-Analysten eingeholt.Abgefragt wurden Kriterien wie Zugang zum Management, Transparenz und Qualität der Finanzberichterstattung, aber auch das Wissen über ihr Unternehmen wie auch den Markt. Die Analysten mussten pro Kriterium jeweils die besten vier Unternehmen nennen. Für das deutsche Ranking wurden dann insgesamt 127 deutsche börsennotierte Firmen entsprechend ihrer Gesamtpunktzahl aufgelistet: RWE vereint als Sieger 4,74 Prozent der vergebenen Punkte auf sich.

Im europäischen Branchenvergleich wird RWE allerdings nur von den Buy-Side-Analysten als Unternehmen mit den besten IR ausgewählt, die auf der Verkaufsseite tätigen Analysten wählten bei den Versorgungsunternehmen die spanische Iberdrola. Solche unterschiedlichen Bewertungen kommen nach Ansicht von Trond Hana von IIRG dadurch zu Stande, dass Buy-Side-Analysten in der Regel viel mehr Unternehmen analysieren müssen als Analysten auf der Verkaufsseite, die sich häufig auf eine Branche konzentrieren.

Für professionelle Investor-Relations müsse der Grundsatz gelten, alle Kapitalmarktzielgruppen mit gleichen Informationen zu versorgen, also mit einer Stimme zu sprechen – und das kontinuierlich, meint Kay Bommer, Geschäftsführer des Deutschen Investor Relations Verbandes (Dirk), der mittlerweile 200 Mitglieder aus der IR-Szene hat. „Analysten und Investoren mögen keine Überraschungen“, stellt Bommer fest. Nach seiner Meinung sorgt eine gute Investor-Relations-Arbeit dafür, dass der Aktienkurs eines Unternehmens bei neuen Informationen weniger stark in die eine oder andere Richtung ausschlägt.

Eine Einschätzung, die Ralf Frank, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA), teilt: „Ein guter IR-Manager muss die Optimisten und die Pessimisten im Markt einfangen können und dem Management durch eine glaubwürdige Kommunikation Handlungsspielräume schaffen.“

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