Studie
Starker Euro Fluch für deutsche DAX-Konzerne

Die Umsätze der Dax-Konzerne hätten 2013 um mindestens ein Prozent steigen können – hätte der Euro-Kurs nicht angezogen. Noch stärkere Auswirkungen hatten die Währungseffekte aber auf die Gewinne.
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FrankfurtDer starke Euro hat in den Bilanzen der Dax-Konzerne 2013 deutliche Spuren hinterlassen. Wegen des Wertverlusts des Dollars und anderer Währungen sanken die Umsätze der 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne erstmals seit 2009, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft EY ergab.

Das Minus fiel mit 0,1 Prozent auf 1,23 Billionen Euro zwar gering aus, ohne die Währungseffekte wären die Umsätze aber mindestens um ein Prozent gestiegen. Die Gewinne gingen um zwei Prozent auf 104 Milliarden Euro zurück. „Betroffen sind vor allem Unternehmen mit einer starken Präsenz in den außereuropäischen Wachstumsmärkten“, erklärte EY-Experte Thomas Harms. Diese müssten versuchen, sich mit Absicherungsgeschäften gegen Währungsturbulenzen zu wappnen - „was allerdings ebenfalls Kosten verursacht“, gab Harms zu.

Der Studie zufolge verlor der Dollar zum Euro 2013 drei Prozent an Wert, das britische Pfund fünf Prozent, der japanische Yen sogar 26 Prozent. Hinzu kamen die Abwertungen von einigen Schwellenländer-Währungen - etwa des brasilianischen Reals, der türkischen Lira und der indonesischen Rupie. Dadurch wurden die in diesen Ländern erzielten Einnahmen bei der Umrechnung in Euro weniger wert. Das habe die Umsätze der Dax-Konzerne, die 42 Prozent ihrer Erlöse im Ausland erzielen, um insgesamt 13 Milliarden Euro gedrückt. Besonders stark betroffen waren etwa BMW, BASF und die Deutsche Post.

Auch im laufenden Jahr werde sich der starke Euro negativ auf die Zahlen auswirken, prognostizierte Harms: „Da sich der Verfall der Wechselkurse auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres fortgesetzt hat, werden wohl auch 2014 Umsatz und Gewinn einiger stark internationalisierter Dax-Unternehmen unter Druck geraten.“

Wegen der wirtschaftlichen Erholung in den Industriestaaten erwartet EY aber wieder steigende Umsätze und Gewinne. Ein Argument gegen Geschäfte im Ausland seien die Währungsturbulenzen auch nicht. „Mittel- und langfristig wird sich ein stärkeres Engagement in den stark wachsenden Schwellenmärkten auszahlen, denn hier findet das Wachstum der Zukunft statt“, sagte Harms.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Währung ist für die Bevölkerung da. Nicht für die DAX-Konzerne. Die Steuerzahler tragen die Konsequenzen der Billionengarantien. Die Konzerne sahnen nur ab...

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