Südeuropa-Aktien
Die Schnäppchenjagt beginnt

In der Euro-Krise wurden viele südeuropäische Unternehmen an der Börse abgestraft - zu Unrecht, meinen Analysten. Viele der Krisenländer-Aktien werden deutlich unter Wert gehandelt und bieten Chancen für Anleger.
  • 0

Die Schuldenlöcher sind tief, die Wirtschaft liegt am Boden - Staaten in Südeuropa sind für die meisten Anleger der Inbegriff der Euro-Krise. Kein Wunder also, dass sie von Aktien aus der so genannten Peripherie lieber die Finger lassen. Doch aus Sicht vieler Experten ist das zu kurz gedacht: Sowohl der Gesamtmarkt als auch einzelne Aktien sind durchaus einen Blick wert.

„Die Märkte in der Peripherie haben ordentlich Aufholpotenzial - vor allem, wenn die Euro-Zone erst einmal auf den Wachstumspfad zurückkehrt“, sagt Markus Zipperer, Chefinvestment-Stratege bei der Credit Suisse Deutschland. Auch für Christoph Riniker, Analyst bei Julius Bär, ist klar: Auf der Suche nach Rendite dürften Anleger langfristig gerade bei Aktien aus Italien oder Spanien fündig werden.

Hoffnung auf eine Wende zum Besseren machten zuletzt etwas bessere Wirtschaftsdaten aus den Krisenländern. „Das Schlimmste der Euro-Krise liegt hinter uns und an Mechanismen, die eine erneute Schieflage verhindern sollen, wird gearbeitet“, sagt Riniker. Dazu zähle zum Beispiel die angestrebte Bankenunion, die Finanzinstitute in den Krisenländern stärken und letztlich auch die Kreditklemme in den südlichen Euro-Staaten bekämpfen soll. „Natürlich bedarf es noch einiger Geduld, bis es klare Lösungen gibt. Aber es geht voran“, urteilt der Stratege.
Für Philip Dicken von Threadneedle Investments sind vor allem solche Konzerne interessant, die in Südeuropa ansässig sind, ihren Hauptumsatz aber nicht im krisengeschüttelten Heimatmarkt sondern zum Beispiel in Schwellenländern machen. Auch Herbert Perus, Leiter des Bereichs globale Aktien bei Raiffeisen Capital Management, findet, dass sich das genaue Hinschauen lohnt. „Viele Unternehmen werden dafür abgestraft, weil sie etwa in Italien oder Spanien sitzen. Und nur weil die Anleger den Finanzen des Staates misstrauen, misstrauen sie auch den dort ansässigen Unternehmen.“ Dieses Schwarz-Weiß-Denken nehme Anlegern allerdings die Möglichkeit, bei Schnäppchen zuzugreifen und gutes Geld zu machen.

Kommentare zu " Südeuropa-Aktien: Die Schnäppchenjagt beginnt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%