Technologiebörse
Nasdaq und Nyse streiten über Grund für Panne

Eine technische Panne hatte Donnerstag die Nasdaq für drei Stunden komplett lahmgelegt. Nun streiten die Börsenbetreiber Nyse und Nasdaq über die Gründe. Die US-Börsenaufsicht fordert genaue Informationen zu der Panne.
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New YorkDie beiden großen Börsenbetreiber Nyse und Nasdaq streiten sich über die Gründe für die jüngste Handelspanne an der US-Technologiebörse. Die US-Börsenaufsicht SEC forderte von den Betreibern der New Yorker Aktienmärkte eine genaue zeitliche Abfolge der Vorgänge von vergangenem Donnerstag, verlautete am Montag aus mit der Situation vertrauten Kreisen. Die beiden Firmen seien sich aber darüber, was eigentlich passierte, völlig uneins, sagten mehrere Insider. Nasdaq und Nyse hätten sich nicht auf eine einheitliche Darstellung des Hergangs sowohl vor Beginn der Unterbrechung als auch währenddessen verständigen können. Stattdessen beschuldigen sie sich gegenseitig.

Eine technische Panne hatte die Nasdaq überraschend für drei Stunden komplett lahmgelegt - insgesamt 3200 Aktien waren betroffen, darunter Google, Facebook oder Apple. Grund für die längste Zwangspause in der jüngeren Geschichte der Computerbörse war den ersten Angaben nach ein Softwareproblem. Vor der Unterbrechung hatte es Verbindungsprobleme zwischen dem Securities Information Processor SIP der Nasdaq und Arca gekommen - Arca ist der vollelektronische Aktienmarkt der New York Stock Exchange (Nyse). SIP ermittelt die Aktienpreise und überträgt sie an den Markt. Im Zentrum des Streits steht nun die Frage, wo genau das Problem auftauchte, bei SIP oder bei Arca.

Der Streit der beiden Betreiber über die Vorkommnisse belegt, wie schwierig das hoch technisierte und komplexe Börsengeschehen mittlerweile zu durchdringen ist. Entsprechend schwierig dürfte es auch sein, solche Zwischenfälle für die Zukunft zu vermeiden.

Die Betreiber haben viel zu verlieren, allen voran das Vertrauen der Anleger. Zusammen kontrollieren sie den New Yorker Markt für Börsengänge. Doch jeder kämpft für sich, ein IPO gilt als lukratives Geschäft. Sind bekannte Firmen wie Twitter im Spiel, ist ein Börsengang auch gute Werbung.

Den Insidern zufolge gab es zuletzt mehrere Telefonkonferenzen mit der SEC, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Derzeit sollen die Betreiber die Details klären. Die SEC lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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