Börse Inside
Teurer US-Zukauf belastet Henkel-Aktien

Der hohe Kaufpreis von rund 2,9 Milliarden Dollar für die Übernahme des US-Konkurrenten Dial Corp hat am Montag die Aktien des Konsumgüterherstellers unter Druck gebracht. „Das kostet sehr viel Geld“, fasste ein Aktienhändler in Frankfurt die Markteinschätzung der von Henkel am Morgen angekündigten Übernahme von Dial Corp zusammen. „Deshalb gibt die Aktie nach, unabhängig davon, ob sich der Kauf trotzdem lohnt.“

HB FRANKFURT. Marktanalyst Heino Ruland von Steubing schränkte allerdings ein: „Dem steht gegenüber, dass die beiden Firmen sich über Joint Ventures sehr gut kennen.“ Analysten sahen den Kaufpreis allerdings als gerechtfertigt an, weil Henkel damit nach mehreren erfolglosen Versuchen einen Fuß in den US-Markt bekomme.

Die Aktien von Henkel notierten am Montagvormittag in einem von der Festnahme des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein beflügelten Gesamtmarkt 2,6 Prozent im Minus bei 60,10 Euro und stellten damit den größten Verlierer im Deutschen Aktienindex Dax.

Mit der Akquisition von Dial will Henkel seine Position auf dem US-Markt bedeutend stärken. Nach mehreren Fehlschlägen gelingt dem Unternehmen damit eine große Übernahme. „Die geplante Übernahme von Dial ist für uns eine sehr bedeutende Akquisition. Sie wird unser Markenartikelgeschäft in Nordamerika nachhaltig stärken und sie ist ein strategisch bedeutender Schritt zur weiteren Internationalisierung unseres Wachsmittel- und Kosmetikgeschäfts“, begründete Henkel-Chef Ulrich Lehner am Montag in einer Telefonkonferenz die Übernahme, der die Dial-Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung noch zustimmen müssen. In beiden Bereichen war Henkel bislang im riesigen US-Markt nur schwach vertreten.

„Die Übernahme ist - wenn im Detail auch noch schwer abzuschätzen - positiv für Henkel“, sagte Analystin Petra Mayer vom Bankhaus Sal. Oppenheim. „Das Unternehmen hat in der Vergangenheit schon oft versucht, auf dem US-Markt Fuß zu fassen.“ Der Einschätzung, die Akquisition sei zu teuer, widersprach die Analystin. „Es ist vielleicht ungewöhnlich, dass Henkel jetzt so viel Geld in die Hand nimmt, aber bisher hat man dem Unternehmen immer wieder vorgeworfen, eben das nicht getan zu haben.“

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