Tiefstand
Mexikos Peso verliert kräftig an Wert

Viele Mexikaner stehen dieser Tage ungläubig in Supermärkten und Kaufhäusern und staunen, weil die Preise für Importprodukte vor allem aus den USA fast wöchentlich in die Höhe schnellen. Rezessionsängste belasten den mexikanischen Peso, nun sollen Stützungskäufe der Zentralbank das Vertrauen zurückbringen.

MEXIKO-STADT. Der mexikanische Peso, jahrelang einer der stabilsten Währungen Lateinamerikas, fällt seit Anfang Oktober regelmäßig auf neue Tiefststände gegenüber dem US-Dollar, dem Euro und anderen Divisen.

Ende Januar erreichte die mexikanische Währung zeitweilig einen historischen Tiefstand von fast 15 Peso zum Dollar. Gegenüber dem Euro pendelt der Peso um die 19 Peso. Nach Berechnung der mexikanischen Zentralbank Banxico büßte die Währung seit August gegenüber dem Dollar 32 Prozent an Wert ein - in dieser Zeit verlor nur der brasilianische Real mehr Terrain gegenüber dem Greenback. Hätte die Zentralbank nicht mit Stützungskäufen in Höhe von 16,6 Mrd. Dollar eingegriffen, wäre der Peso ins Bodenlose gefallen.

"Der Peso ist in einer schwierigen und anfälligen Lage und jede schlechte Nachricht führt zu einem neuerlichen Einbruch", sagt Arnulfo Rodríguez, Analyst von Banamex. Und von schlechten Nachrichten gibt es gegenwärtig genug: Rezession beim Haupthandelspartner USA, einbrechende Staatseinnahmen aus dem Ölverkauf, deutlich zurückgehende Einnahmen im Tourismus. Zudem ist das Handelsbilanzdefizit auf 16,8 Mrd. Dollar gestiegen und damit auf den Höchststand seit Gründung der Nordamerikanischen Freihandelszone Nafta vor 15 Jahren. Außerdem ziehen Investoren weiterhin Gelder aus Schwellenmärkten wie Mexiko ab, um es in sicherere Länder zu investieren. Und zuletzt hat die Zentralbank verkündet, dass die zweitgrößte Wirtschaft Lateinamerikas dieses Jahr um 1,16 Prozent schrumpfen werde. Das wäre das erste Mal seit 2001.

Die weltweite Rezession schafft "eine enorme Unsicherheit", sagt Rafael Camarena von Banco Santander in Mexiko-Stadt. Darunter leide Mexiko besonders, weil es wirtschaftlich auf Gedeih und Verderb mit der Wirtschaft der USA verknüpft ist. Gut 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA. Rund 20 Prozent des mexikanischen Bruttoinlandsprodukts hängen an den Ausfuhren.

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