Übernahme geplatzt
Yahoo-Aktie stürzt ab

Die Reaktion der Börse fällt deutlich aus: Nach der geplatzten Übernahme durch Microsoft ist die Yahoo-Aktie im Frankfurter Handel eingebrochen. Damit bezahlt der Konzern nach Ansicht von Experten für seine abwehrende Haltung im Übernahmepoker. „Ich bin geschockt, dass Yahoo nicht vernünftiger war“, sagt ein Analyst. Ein Kursverlust von bis zu 30 Prozent sei möglich.

HB FRANKFURT. Der Kurs der Yahoo-Aktie brach bis Montagmittag an den deutschen Börsen um fast zwanzig Prozent ein. Im vorbörslichen Handel in den USA stürzte die Aktie noch stärker auf 22,75 Dollar ab. Mehrere Banken senkten bereits ihre Einstufungen der Yahoo-Aktie. Die Papiere von Microsoft legten dagegen um rund 4,5 Prozent auf 19,78 Euro zu.

Microsoft hatte am Samstag überraschend das Gebot für Yahoo nach dreimonatigem Ringen zurückgezogen. "Trotz unserer Bemühungen, was auch eine Erhöhung des Gebots um rund 5 Mrd. Dollar beinhaltete, hat Yahoo unser Gebot nicht angenommen", heißt es in einem entsprechenden Schreiben von Microsoft an Yahoo.

Analysten gehen davon aus, dass Yahoo mit seiner abwehrenden Haltung gegenüber Microsoft überzogen hat und erwarten, dass der Konzern dies mit einem Wertverlust seiner Aktien von 30 Prozent bezahlen wird. "Wow. Ich bin geschockt, dass Yahoo nicht vernünftiger war", sagte Walter Price von der RCM-Vermögensverwaltung in San Francisco, die sowohl Microsoft - als auch Yahoo-Aktien hält. Es sei zudem überraschend, dass Microsoft-Chef Steve Ballmer keine feindliche Übernahme für 33 Dollar je Aktie versucht habe.

Andere Analysten glauben indes, dass Microsoft sein Gebot aus strategischen Gründen zurückgezogen haben könnte. Damit verstärke der Softwarekonzern den Druck auf Yahoo, ein künftiges Angebot anzunehmen. Die Gespräche könnten immer noch wieder aufgenommen werden, wenn sich die Umstände ändern sollten, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

Kreisen zufolge brachte Microsofts Drohung mit einer feindlichen Übernahme Yahoo bereits dazu, seine ursprüngliche Forderung von 40 Dollar je Aktie auf 38 Dollar je Aktie zu senken. Am Samstag hätten Yahoo-Chef Jerry Yang und der Yahoo-Mitbegründer David Filo der Microsoft-Spitze ein Angebot des Direktoriums von 37 Dollar je Aktie überbracht, sich selbst jedoch weiterhin für einen Preis von 38 Dollar je Anteilsschein ausgesprochen. Nachdem keine Einigung erzielt worden sei, seien Filo und Yang in Erwartung eines Gegenangebots von 37 Dollar je Aktie nach Kalifornien zurückgeflogen.

Im Falle eines Scheiterns der Übernahme von Yahoo durch Microsft hatten Analysten einen Fall der Yahoo-Aktie auf 20 bis 25 Dollar prognostiziert. Den regulären Handel am Freitag hatte die Yahoo-Aktie mit einem Aufschlag von 6,9 Prozent bei 28,67 Dollar beendet.

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