Übernahmen
Hedgefonds nehmen Europas Großkonzerne ins Visier

Die Kassen sind gefüllt, Hedgefonds nehmen europäische Großkonzerne ins Visier: Waren es bisher eher mittelgroße Unternehmen, schrecken sie nun auch nicht vor den großen Namen zurück. Zum Beispiel Thyssen-Krupp.
  • 8

Zürich/FrankfurtEuropäische Großunternehmen machen sich auf ungebetene Gäste gefasst. Mit vollen Kriegskassen ausgestattete Hedgefonds sind immer stärker auf der Pirsch nach Unternehmen, deren Börsenwert sie mit aller Macht erhöhen wollen.

Die jüngsten Vorstöße bei den US-Technologiegiganten Apple und Microsoft zeigen: Den aggressiven Fonds ist kein Gegner zu mächtig. Nun wächst auch diesseits des Atlantiks in den Vorstandsetagen die Sorge, dass solch "aktivistische" Investoren anklopfen und sich dann einmischen könnten.

Um nicht unvorbereitet dazustehen, suchen viele Manager vorsorglich Rat bei Investmentbanken. „Das Thema beschäftigt die Unternehmen so stark wie seit langem nicht mehr“, sagt Goldman-Sachs-Manager Francois-Xavier de Mallmann.

„Invasion der Heuschrecken - wie Hedgefonds die Deutschland AG attackieren“, betitelte der ehemalige Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert, 2006 seine Erfahrungen mit dem besonders aggressiven Fonds The Children's Investment (TCI).

Dem von Chris Hohn geführten Investor gelang es, das Zusammengehen der Deutschen Börse mit dem Londoner Marktbetreiber LSE zu vereiteln und Seifert zu Fall zu bringen. Inzwischen geben sich viele Aktivisten konzilianter, ihre Ziele bleiben aber die gleichen: Sie dringen auf den Verkauf von Unternehmensbereichen, eine neue Strategie, höhere Ausschüttungen oder Umbesetzungen im Vorstand, um so den Wert der Aktie in die Höhe zu treiben.

Neu ist die Größe der Ziele. Nahmen die Fonds in der Vergangenheit vor allem mittelgroße Unternehmen ins Visier, schrecken sie inzwischen selbst vor den klingendsten Namen in der Unternehmenswelt nicht mehr zurück. Im gehobenen Mittelstand ist es leichter, etwas zu bewegen.

Kommentare zu " Übernahmen: Hedgefonds nehmen Europas Großkonzerne ins Visier"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • WARUM nimmt man die DEREGULIERUNG der FINANZEN von ROT/GRÜN nicht zurück ? Schröder & Co. hat doch ein lukrativen JOB daraufhin u.a. erhalten !

    ODER, möchten auch noch andere profitieren ?

    In Ordnung, das kann ich dann natürlich verstehen, weiter so !

  • Da soll noch mal jemand sagen: " Das fluten der Markte mit Geld führt zu keinen Irritationen in der Wirtschaft"

    Wo geht das viele Geld hin?

    Das scheue Reh sucht sich seinen Weg.

  • Alle Macht dem Kapital!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%