Übernahmepoker
LSE und Nasdaq nähern sich an

Nach dem überraschenden Einstieg der US-Börse Nasdaq bei der London Stock Exchange (LSE) ist eine Fusion näher gerückt.

PARIS/FRANKFURT/LONDON/NEW YORK. Nach Informationen aus Firmenkreisen wollen sich LSE-Chefin Clara Furse und Nasdaq-Chef Bob Greifeld in der Woche nach Ostern treffen. Der Vierländerbörse Euronext wird es nach Einschätzung von Analysten schwer fallen, die von der Nasdaq gezahlten 11,75 Pfund je LSE-Aktie zu überbieten. Alles spreche nun für den Zusammenschluss mit der Deutschen Börse.

Die Technologiebörse Nasdaq hatte im März angeboten, die LSE für 9,50 Pfund je Aktie zu kaufen. Als Furse Greifeld abblitzen ließ, zog er die Offerte am 30. März zurück. Doch am Dienstagabend kaufte die Nasdaq vom LSE-Hauptaktionär Threadneedle und vom Investor Scottish Widows zusammen 14,99 Prozent der LSE-Anteile für je 11,75 Pfund. Damit bricht die Rückendeckung der Großaktionäre für Furse weg. Die fünf nächstgrößten Aktionäre wollten sich gestern nicht äußern. Eine Schlüsselrolle könnte dem Investor Wellington Management zukommen, der 3,6 Prozent an der LSE und 12,3 Prozent an der Nasdaq hält.

Die LSE-Aktie stieg um rund 14 Prozent knapp über den von der Nasdaq gezahlten Preis. Der US-Bieter kann nach dem Londoner Übernahmekodex innerhalb von sechs Monaten nur dann ein neues Angebot vorlegen, wenn die LSE-Führung zustimmt, ein konkurrierender Bieter auftaucht oder die LSE selber Übernahmen ankündigt. Er kann die Beteiligung allerdings innerhalb von zwei Wochen bis knapp unter 30 Prozent ausbauen. Ein Übernahmeangebot der Nasdaq darf nicht unter 11,75 Pfund liegen.

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