Übrige Parkettbörsen unter Zugzwang
Berliner Börse prescht bei Handelszeiten vor

Die Börse Berlin wird als erster öffentlich-rechtlicher Anbieter mit einer Ausweitung der Handelszeiten auf den zunehmenden Erfolg privater Handelsplattformen reagieren. Ab April sollen Anleger nach Angaben aus Finanzkreisen bereits um 8.30 Uhr und damit eine halbe Stunde früher als bisher an der Börse Berlin Aktien kaufen und verkaufen können.

DÜSSELDORF. Vorstandschef Jörg Walter sagte dem Handelsblatt: „Wir erwägen dies derzeit und werden sicher zügig entscheiden.“ Anleger könnten dann bereits morgens börslich handeln und seien nicht auf außerbörsliche Systeme angewiesen, sagte Walter weiter.

Branchenkenner erwarten, dass eine solche Entscheidung die übrigen fünf deutschen Parkettbörsen unter Zugzwang setzen würde. Die privatrechtlich organisierten außerbörslichen Anbieter wie die Berliner Tradegate sind in den vergangenen Jahren beim Geschäft mit Privatanlegern immer stärker geworden. Sie bieten Handel von 8 bis 22 Uhr an. Damit können Anleger hier morgens früher auf Vorgaben der asiatischen Märkte und abends länger auf die Entwicklung an der Wall Street reagieren als an den Börsen, die von 9 bis 20 Uhr handeln.

Andere Regionalbörsen denken in die gleiche Richtung. Beim Marktführer in Frankfurt wird derzeit eine Vorverlegung des Handelsstartes auf dem Parkett auf 8 Uhr erwogen. Die zweitgrößte deutsche Börse aus Stuttgart hat die technischen Voraussetzungen für eine Verlängerung des Handels bis 22 Uhr geschaffen. Beide Börsen wollen sich aber bisher nicht in die Karten schauen lassen, ob und wann sie ihre Pläne umsetzen. Eine Entscheidung in Berlin könnte die Umsetzung beschleunigen.

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