Umfrage unter Volkswirten
Fed könnte Anleihekauf stoppen

Die US-Notenbank könnte bis Dezember 2014 ihr Anleihekaufprogramm vollständig eingestellt haben, zumindest nach der Prognose mehrerer Volkswirte. Die Bedingung: Die amerikanische Wirtschaft spielt mit.
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Die Federal Reserve wird aller Wahrscheinlichkeit nach ihre monatlichen Anleiheaufkäufe in Schritten von jeweils 10 Milliarden Dollar über die nächsten sieben Treffen reduzieren - bevor das Programm dann im Dezember 2014 auslaufen dürfte. Davon gehen Volkswirte aus, die an einer Bloomberg-Umfrage teilgenommen haben.

Vergangene Woche hatte der Offenmarktausschuss angekündigt, ab Januar die monatlichen Aufkäufe von 85 Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar reduzieren zu wollen. Damit nähern sich die wohl beispiellosen Konjunkturmaßnahmen, die die Amtszeit von Fed-Chef Ben S. Bernanke prägten, ihrem Ende.

Der Ausschuss hatte nach der jüngsten Entscheidung gesagt, er werde die Aufkäufe „in weiteren maßvollen Schritten bei künftigen Treffen” drosseln, falls sich die Wirtschaftserholung so fortsetzt, wie dies von der Notenbank erwartet wird. Bei einer Pressekonferenz am 18. Dezember erklärte Bernanke, die Fed werde womöglich ihre Aufkäufe pro Zusammenkunft um jeweils etwa 10 Milliarden Dollar nach unten korrigieren.

„Falls wir Fortschritte machen mit Blick auf Inflation und fortgesetzten Arbeitsplätze-Zuwachs, dann stelle ich mir vor, dass wir - wahrscheinlich bei jedem Treffen - mit einer maßvollen Reduzierung weitermachen”, sagte Bernanke. Falls sich die Wirtschaft verlangsame, könne die Fed „ein oder zwei Treffen auslassen” - und falls sich die Wirtschaft beschleunige, könne der Aufkaufvolumen „etwas schneller” sinken.

Solch vorhersehbare Schritte passen zu Bernankes Streben nach mehr Transparenz und Offenheit der Fed, sagte Dana Saporta, Volkswirtin bei Credit Suisse Group. „Das würde das Drama vermeiden, bei jedem Treffen zu einem Konsens finden zu müssen”, erklärte Saporta gegenüber Bloomberg News.

Am Freitag hatte es überraschend starke Konjunkturdaten gegeben. Das US-Bruttoinlandsprodukt war im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 4,1 Prozent gewachsen - stärker als in der ersten Schätzung angenommen.

Auch vom Arbeitsmarkt gab es zuletzt positive Signale. Die Arbeitslosenquote war im November auf sieben Prozent gefallen. Es handelte sich um das niedrigste Niveau seit fünf Jahren. Arbeitgeber hatten die Anzahl der Beschäftigten in dem Monat um 203.000 ausgedehnt – mehr als vorab vom Markt erwartet. Im Oktober 2009, während der Rezession, waren noch zehn Prozent der Amerikaner ohne Arbeit. Und im Mai 2007, vor der Finanzkrise, lag die Quote bei 4,4 Prozent.

Die Inflation, gemessen an Ausgaben für den persönlichen Konsum, lag im Oktober bei 0,7 Prozent. Die Quote befindet sich damit bereits seit fast eineinhalb Jahre unter der Zielvorgabe der Fed von zwei Prozent.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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