Umsatz von 350 Millionen Euro geplant
Jenoptik bringt Tochter an die Börse

Der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik treibt seinen Umbau weiter voran und will sein früheres, milliardenschweres Kerngeschäft nach Angaben aus Branchenkreisen an die Börse bringen.

HB BERLIN. „Der Anlagenbau für die Halbleiter- und Flachbildschirmindustrie soll in den nächsten Monaten an die Börse gebracht werden“, hieß es am Donnerstagabend aus den Kreisen. Der Schwerpunkt von Jenoptik werde dann künftig auf der optischen Sparte Photonics liegen. Eine Jenoptik-Sprecherin wollte die Angaben aus den Kreisen nicht kommentieren.

Jenoptik hatte die so genannte Sparte Facility Engineering im vergangenen Jahr in eine eigene Gesellschaft mit Sitz in Singapur ausgegliedert, da dort die Wachstumsmärkte seien. Die Sparte erzielt einen Umsatz von rund 1 Milliarde Euro. Sie machte aber Probleme wegen ihres hohen Kapitalbedarfs und einer schwachen Umsatzrendite, die 2004 bei 1,5 bis 2,5 Prozent liegen sollte. Im Januar hatte sich Jenoptik bereits von der Mehrheit an der Sparte Gebäudetechnik getrennt, die rund 550 Millionen Euro Umsatz erzielte.

Jenoptik würde sich so in kurzer Zeit von weit mehr als der Hälfte seines Umsatzes trennen. Analysten erwarten den Umsatz des ganzen Konzerns für 2004 bei rund 2,2 Milliarden Euro.

Die optische Sparte Photonics soll nach Konzernplanungen 2004 einen Umsatz von über 350 Millionen Euro erzielen. Konzernchef Alexander von Witzleben hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass sie künftig das Kerngeschäft bilden solle und auch durch Zukäufe ausgebaut werde. Photonics erzielte in der Vergangenheit eine Umsatzrendite von neun bis zehn Prozent.

Außer Photonics würde nach dem Börsengang des Anlagenbaus sonst nur noch das Gebäudemanagement (Facility Management) mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro bleiben. Auch diesen Bereich hatte von Witzleben aber nicht mehr als Kerngeschäft bezeichnet.

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