Umzug nach China Russische VTB-Bank erwägt Börsenwechsel

Konsequenz aus den Sanktionen der EU: Die russische VTB-Bank könnte bald von der Londoner Börse nach Peking wechseln. Wegen der Krise in der Ostukraine könnte die VTB-Bank Milliardenverluste machen.
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Ein Logo der VTB-Bank in Moskau: Die zweitgrößte Bank Russlands leidet unter den Sanktionen. Quelle: Reuters

Ein Logo der VTB-Bank in Moskau: Die zweitgrößte Bank Russlands leidet unter den Sanktionen.

(Foto: Reuters)

PekingWegen der Sanktionen des Westens diskutiert Russlands zweitgrößte Bank VTB einen Börsenwechsel von London nach China. Das Geldhaus sei mit der Londoner Börse LSE nicht zufrieden, sagte Konzernchef Andrej Kostin am Montag am Rande des Gipfels der Asien-Pazifik-Staaten (Apec) in Peking. „Wir denken ernsthaft über unsere Präsenz an der London Stock Exchange nach. Wir schauen uns chinesische Börsen an.“

Hintergrund sind die Schwierigkeiten russischer Banken, wegen der Strafmaßnahmen der EU und der USA im Zuge des Ukraine-Konflikts an Kapital aus dem Westen zu kommen - zumal die wirtschaftlichen Folgen der Krise den Gewinn des Instituts im ersten Halbjahr um mehr als 80 Prozent einbrechen ließen. Der Staat griff der Bank bereits mit einer Geldspritze von umgerechnet fast vier Milliarden Euro unter die Arme.

Die VTB-Aktie ist seit sechs Jahren neben der Börse in Moskau auch an der LSE notiert. Kostin hatte zuletzt erklärt, dass die VTB wegen der Ukraine-Krise in diesem Jahr möglicherweise einen Milliardenverlust anhäufen wird.

Prominente „Verzocker“
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Eike Batista hat innerhalb eines Jahres 99 Prozent seines Vermögens verloren. Mit 33 Milliarden Dollar war er der reichste Mann Brasiliens und einer der reichsten Männer der Welt. Er verlor sein Vermögen unter anderem wegen fallender Aktienkurse seiner Unternehmen.

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Nick Leeson sorgte für die wohl größte Fehlspekulation der 90er-Jahre, als er für die singapurische Außenstelle der traditionellen britischen Barings Bank als Chefhändler arbeitete. Die Verluste seiner Trades, die er auf ein geheimes und nicht kontrolliertes Konto verbuchte, summierten sich auf 825 Millionen Pfund – bis die Barings Bank zusammenbrach. Später wurde Leeson zu sechseinhalb Jahren Gefängnis wegen Urkundenfälschung, Untreue und Betrug verurteilt.

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Nicht weniger Aufsehen erregte die Silber-Spekulation der Brüder Hunt: Nelson Bunker und Herbert William Hunt kauften ab Mitte der 1970er Jahre enorme Mengen an physischem Silber auf. Zudem erwarben sie Silber-Kontrakte, teilweise auf Pump. Dass die Börsenaufsicht später die Regeln änderte, hatte zum einen zur Folge, dass der Wert des physischen Silbers fiel, zum anderen, dass die Hunts ihre Long-Positionen in bar ausgleichen mussten. Das konnten sie irgendwann nicht mehr – und gingen bankrott.

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Der Aktienhändler Jérôme Kerviel brachte seinen Arbeitgeber, die französische Bank Société Générale, mit hochriskanten Aktiengeschäften um fünf Milliarden Euro. Dafür, dass er bei seinen Trades regelmäßig Handelslimits überschreiten konnte, wurde allerdings auch die Bank selber verantwortlich gemacht. Kerviel wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, ging aber in Berufung. Das Urteil wird für Oktober erwartet.

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Gegen Kerviels fünf Milliarden nimmt sich der Verlust, den Kweku Adoboli der Schweizer Großbank UBS im Jahr 2011 eingebracht hat, fast mickrig aus: 2,3 Milliarden Dollar sollen seine Handelsgeschäfte die UBS gekostet haben. In dem Prozess gegen ihn, der dieser Tage beginnt, plädiert Adoboli auf nicht schuldig.

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Vince McMahon ist Chef des amerikanischen Unterhaltungskonzerns World Wrestling Entertainment (WWE). Nachdem der börsennotierte Konzern negative Aussichten bekanntgab, sank der Wert von McMahons Anteilen um 350 Millionen US-Dollar.

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Dass aufsehenerregende Fehlspekulationen nicht immer mit Betrug einhergehen müssen, sondern manchmal schlicht und ergreifend auf falschen Einschätzungen beruhen, zeigt das Beispiel John Paulson. Der Hedgefondsmanager, der in der Finanzkrise noch 16 Milliarden Dollar verdient hatte, lag im Jahr 2011 des Öfteren falsch. So setzte er zu früh auf eine Erholung der US-Konjunktur – und verlor dadurch mehrere Milliarden Dollar.

Zudem kündigte der Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin an, die VTB-Geschäfte in Europa und den USA leicht zurückzufahren. Moskau will wegen der Spannungen mit dem Westen seit einiger Zeit die Wirtschaftsbeziehungen zu China ausbauen. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen.

  • rtr
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