Unklare Signale
Dax-Ausblick: Sorgen um die Konjunktur

Jetzt treten sie immer stärker in den Vordergrund, die Sorgen, dass die Konjunkturerholung auf sich warten lässt. Die Signale weisen in verschiedene Richtungen. In der neuen Woche könnte die Unsicherheit zu stärkeren Schwankungen an der Börse führen, glauben Aktienstrategen - zumal der Markt einige wichtige Impulse erwartet.

HB FRANKFURT. Schon in dieser Woche zweifelten die Investoren, ob der deutsche Leitindex seine Kursgewinne dauerhaft halten kann. Am Freitag notierte der Dax deutlich niedriger als eine Woche zuvor. Neue Meldungen zu Lage und Entwicklung der Konjunktur dürften in den nächsten Tagen den Aktienhandel bestimmen, meinen die Marktbeobachter. Viele rechnen mit weiteren starken Kursschwankungen für den Dax.

Die Anleger fragen sich derzeit, ob die volkswirtschaftlichen Daten den positiven Trend bestätigen, den die Börsen seit März vorgezeichnet haben. Die starke Aufwärtsentwicklung hat die positiven Erwartungen in die Kurse eingepreist. Werden die Hoffnungen enttäuscht, dann drohen Rückschläge an der Börse. Die können auch heftig ausfallen. Die Experten der WestLB haben für den Dax beispielsweise schon die 4 300 Punkte ausgerufen.

"Am Aktienmarkt hat die Phase des Realitätstests begonnen", sagt Tammo Greetfeld von Unicredit in München. Nur eine allgemeine, zügige und nachhaltige Erholung der Konjunktur kann nach Meinung vieler Experten das erreichte Kursniveau des Dax absichern. Und genau hier setzen die Zweifel an. Die Daten dieser Woche zeigten in unterschiedliche Richtung: Die Ökonomen der Industrieländer-Organisation OECD rechnen bei ihren 30 Mitgliedsstaaten nun nicht mehr mit dem deutlichen Abschwung wie noch zuletzt und loben speziell Deutschland.

Auch das Wirtschaftsinstitut RWI geht davon aus, dass sich die Abwärtsbewegung inzwischen stark abgeschwächt hat. Das Münchener Ifo-Institut prognostiziert dagegen eine lang anhaltende Krise und befürchtet, dass sich die Probleme in der Realwirtschaft verschärfen. "Nach wie vor sind die Lager gespalten bezüglich der weiteren Folgen aus der Rezession", stellt Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger fest, "bei den einen ist bereits 2010 mit einer Verbesserung zu rechnen, bei den anderen fällt der Ausblick bis 2011 negativ aus".

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Widersprüchliche Signale kommen auch von Unternehmensseite. So sind erste Indikatoren für die US-Bilanzsaison bislang gemischt ausgefallen. Der Postdienstleister Fedex verbuchte im abgelaufenen Quartal einen kräftigen Umsatzeinbruch, dagegen schlugen sich der Sportartikelhersteller Nike und der Softwarekonzern Oracle vergleichsweise wacker. Am Freitag sorgte die Schweizer Großbank UBS wiederum für einen Dämpfer. Sie sagte auch für das zweite Quartal einen Verlust voraus.

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